A Ghost Story

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A Ghost Story

Das muss man sich erstmal trauen: Den aktuellen Oscar-Gewinner für die beste männliche Hauptrolle neun Zehntel seines Films unter einem weißen Bettlaken mit zwei Löchern für die Augen zu verstecken. Und dann auch noch weitgehend auf Dialoge zu verzichten, stattdessen Musik sprechen zu lassen. David Lowery hat mit „A Ghost Story“ einen Film gedreht, der eigentlich nicht funktionieren dürfte – er tut es aber doch.

C (Casey Affleck) und M (Rooney Mara) sind ein sehr verliebtes Paar. C stirbt bei einem Autounfall, bleibt aber als Geist im gemeinsamen Haus auf dem Land gefangen. Er sieht M beim Trauern, Verarbeiten, Ausziehen zu. Er jedoch ist an diesen Ort gekettet wie ein Schlossgespenst an die Burgmauern. Die Hausbesitzer kommen und gehen, die Jahre, die Jahrzehnte auch, C sieht zu, die urbane Zukunft verschluckt die Idylle, die ferne Vergangenheit kehrt zurück, C sieht zu.

Der Songwriter Will Oldham hält auf einer Party einen Monolog: Alles endet, nichts, was wir tun, hat wirklich Bestand, nicht einmal Beethovens Musik. Und doch geht alles immer weiter, für C, für die Menschen, das Universum. Eine tieftraurige Mediation über Verlust, die Vergänglichkeit der Zeit und den ewigen Kreislauf des Seins. „A Ghost Story“ funktioniert, weil alles an diesem außergewöhnlichen Film luzide und wahr ist, wahrscheinlich gab es dieses Jahr keinen wahreren Film. Und kaum einen schöneren. vs

Die Spielzeiten von „A Ghost Story“ in Ihrer Stadt gibt es hier.

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