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Buchtipp


Richard Price
Cash

Klar, New York ist nicht nur Skyline, Central Park, gute Musik. New York ist auch dreckige Altstadt, ungezügeltes Leben, Gewaltverbrechen. Mit "Cash" erschien jetzt ein Roman, der alles andere als ein geschöntes Bild des Big Apple zeichnet und uns teilhaben lässt an gescheiterten Figuren, die in der Großstadt ihr Glück gesucht, aber nicht gefunden haben. Da gibt es einen verfolgten, depressiven Barchef namens Eric Cash, der unmittelbarer Zeuge eines Raubmordes wurde und dann selbst unter Verdacht steht. Daneben steht ein vereinsamter Polizist auf der Suche nach Gerechtigkeit in einem korrupten, kaputten System, in dem nur Macht zählt oder eben das schlagfertigste Argument: eine stählerne 22er. Und da gibt es einen Jungen aus dem Getto, dem alles egal zu sein scheint, weil er jedwede Perspektive längst verloren hat. Mit schnörkelloser Stimme ("Ich hasse das. Den Kids ist egal, ob sie leben oder sterben, das ist traurig. Scheiße.") und punktgenauen Dialogen gibt Richard Price, der in den Staaten längst zu den modernen Klassikern zählt, hier dem wahren New York ein zertrümmert wirkendes Gesicht. Sein Buch liest sich wie eine soziologische Analyse, immer authentisch, ein Dokument seiner Zeit. Die Stimmung, die es suggeriert, passt so gar nicht zum beliebten Bild von der erstrahlten Statue of Liberty bei Nacht. Gut so. (ml)








S. Fischer 2010 (Hardcover)

Roman



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01.08.2010