Auguste Rodin

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Auguste Rodin
Foto: Wild Bunch Germany

Das Künstlerbiopic ist ein gleichzeitig schwieriges und dankbares Genre. Schwierig, weil: So ein Künstler macht ja eigentlich wenig, was Stoff für einen Film hergeben würde, der steht im Atelier und macht seinen Job. Dankbar, weil: Manchmal hat er Modelle dabei, und die sind oft nackt, da kann man wenigstens was zeigen. Nackte Modelle gibt es auch in Jacques Doillons Verfilmung des Lebens von Auguste Rodin, des Bildhauers, der gemeinhin als Türöffner für die moderne Skulptur gilt. Darüber hinaus weigert sich Doillon allerdings, seinem Film eine Handlung überzustülpen, die mehr erzählt, als es die Lebensdaten des Künstlers hergeben würden. Er konzentriert sich auf das schwierige Verhältnis Rodins zu seiner Schülerin, Muse und Geliebten Camille Claudel, das zunächst auf Bewunderung aufgebaut ist, dann auf Liebe und schließlich, zum hässlichen Ende hin, auf Konkurrenz. Darüber hinaus gibt es lange Atelierszenen, Ringen mit dem Material, Künstleralltag – „Auguste Rodin“ ist ein unspektakulärer Film, der sich ehrlich dafür interessiert, was seinen Protagonisten ausmacht. Doillon hat sich nicht für den einfachen Weg zur Künstlerbiografie entschieden, das muss man honorieren – auch wenn es so vor allem den Hauptdarstellern Vincent Lindon und Izïa Higelin überlassen bleibt, die spröde Inszenierung abzumildern. fis

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