Badlands – Zerschossene Träume

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Badlands – Zerschossene Träume

Viel wurde in der kulturnews in den letzten Jahren über Terrence Malick geschimpft, der sich mit seinen letzten Filmen immer mehr in redundanten Esoterikkitsch verstieg. Dabei war der Autor dieser Schmähungen bis einschließlich „The Tree of Life“ (2011) glühender Malick-Verehrer – und mit der Blu-ray-Erstveröffentlichung von „Badlands“ gibt es nun endlich eine Gelegenheit, den anderen Malick zu rühmen: Wenn sein Regiedebüt etwas mit jüngeren Filmen wie „Knight of Cups“ oder „Song to Song“ gemein hat, dann ist es die Akribie der Bildgestaltung. Doch sind die malerischen, kontemplativen Naturimpressionen hier kein Selbstzweck, nicht die Art Schönheit, die in sich selbst badet – sie stehen im stetigen Kontrast zur Gewalt, die förmlich in das titelgebende Ödland eingeschrieben scheint und die Figuren begleitet, wohin sie auch gehen.

Der 25-jährige Kit Carruthers (Martin Sheen) bringt im Streit den Vater seiner zehn Jahre jüngeren Freundin Holly Sargis (Sissy Spacek) um und flieht mit ihr durch den Nordwesten Amerikas. Die Träume, auf die der ausnahmsweise sehr treffende deutsche Zusatztitel Bezug nimmt, sind eigentlich schon verloren, bevor die erste Kugel abgegeben wird. Das macht Malicks straff inszenierten Schmerzensritt durch karge Westernlandschaften, deren Freiheit versprechende Weite nur eine Finte ist, unverändert kraftvoll. sb

„Badlands“ ist als Blu-ray im Handel erhältlich.

Badlands – Zerschossene Träume