Colum McCann: Wie spät ist es dort, wo du jetzt bist

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Colum McCann: Wie spät ist es dort, wo du jetzt bist

Ein alter Mann, Witwer und ehemaliger Richter, irrt durch einen New Yorker Wintertag. Eine Mutter glaubt ihren geistig behinderten Adoptivsohn im Meer verschollen. Eine Ordensschwester kämpft mit den Traumata ihrer Vergangenheit: In drei Erzählungen und einer Novelle entwirft der irische Schriftsteller Colum McCann menschliche Schicksale am Abgrund. Behutsam, jenseits von Sensationslust und Dramatik, tasten sich seine Geschichten wie auf Zehenspitzen voran. Fast allen wohnt ein innerer Monolog bei, der den Leser ganz nah an den Protagonisten bringt, ihn zum mitfühlenden Beobachter macht – und doch eine gewisse Distanz wahrt. „Diese Geschichten sprechen mit ihrer eigenen Stimme“, sagt McCann über seinen Erzählband. Und tatsächlich wirft die Titelgeschichte einen Blick auf die Arbeit eines (imaginären?) Autors, dessen Werk sich in Eigendynamik entwickelt. Vielleicht hat McCann hier unbewusst die Verbindung zu seinem anderen just erschienenen Buch gezogen: „Briefe an einen jungen Autoren“. vr

Colum McCann Wie spät ist es dort, wo du jetzt bist

Rowohlt, 2017, 250 S., 19,95 Euro

Aus d. Engl. v. Dirk van Gunsteren

Colum McCann: Wie spät ist es dort, wo du jetzt bist