Das Tanzfestival Colours in Stuttgart

Stuttgart ist eine der bedeutendsten Tanzstädte der Republik. Aber ästhetisch ein wenig eingefahren – die am Stuttgarter Ballett gepflegte Neoklassik toleriert neben sich wenig andere Tanzhaltungen, und der verdienstvolle Eric Gauthier zeigt zwar am Theaterhaus regelmäßig auch zeitgemäßere Formen, steht damit allerdings weitgehend allein auf weiter Flur.

Da hilft das von Gauthier geleitete Colours International Dance Festival noch bis 23. Juli, die Heterogenität des zeitgenössischen Tanzes abzubilden, „von Ballett bis Tanztheater, von Zirkus bis Performances, von traditionellen Tänzen bis zu Steptanz oder Breakdance“.

Dieses Jahr dabei: der britische Extremchoreograf Hofesh Shechter, der sein neues Stück „Grand Finale“ zeigt, die Berlinerin Helena Waldmann, die mit „Gute Pässe Schlechte Pässe. Eine Grenzerfahrung“ den politischen Gehalt des Tanzes auslotet (unsere Abbildung) und die norwegische Jo Strømgren Kompani, die in „A Dance Tribute to the Art of Football“ die Grenze zwischen Tanz und Sport überschreitet.

Auch die Gauthier Dance Company bestreitet einen Abend, „Mega Israel“, der sich dadurch auszeichnet, dass alle Choreografen israelischer Herkunft sind. Was angesichts des grenzenlosen Charakters des zeitgenössischen Tanzes ganz schnell wieder in Vergessenheit geraten dürfte.