Der Meister von Meßkirch: Staatsgalerie, Stuttgart

Es gehört einiges an Chuzpe dazu, wenn ausgerechnet im pietistischen Schwaben das Lutherjahr mit einer Ausstellung zu „Katholischer Pracht in der Reformationszeit“ begangen wird.

Tatsächlich zielt die Ausstellung nicht ungeschickt von hinten durchs Auge: indem sie den Blick nach Meßkirch lenkt, einer Kleinstadt im Landkreis Sigmaringen, wo die katholische Repräsentationskunst leichthändig revolutioniert wurde, während die Reformation sich im restlichen Land flächendeckend durchsetzte.

Der namentlich unbekannte Renaissancemaler Meister von Meßkirch schuf hier bilderreiche, an erzählerischer Farbigkeit und Detailreichtum kaum zu überbietende biblische Werke, von denen rund 200 Beispiele bis 2. April in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen sind – und dort in Dialog mit Arbeiten von unter anderem Hans Baldung Grien, Lucas Cranach d. Ä. und Albrecht Dürer treten werden.