Der Streit: Cuvilliéstheater, München

Pierre Carlet de Marivaux zählt zu den bedeutendsten französischen Rokoko-Autoren, dessen „Spiel von Liebe und Zufall“ bis heute immer wieder auf Spielplänen auftaucht.

Deutlich seltener wird das 1744 uraufgeführte allegorische Spiel „Der Streit“ inszeniert, wenngleich der Stoff interessant ist: Im titelgebenden Disput wird die Frage verhandelt, welches Geschlecht das Unglück in die Welt gebracht habe, was nicht zuletzt unter Gendergesichtspunkten interessant ist, zumal Marivaux ein durchaus vielschichtiges Geschlechterbild in die Komödie einführt. „Die Männer behaupten, Schwäche sei ein natürliches Erbteil der Frauen“, stellt der Autor dem Theatetext voran. „Das mag an sich richtig sein. Aber haben wir ein Recht dazu, das zu sagen, oder sogar zu glauben?“

Man sieht also, dass „Der Streit“ vor allem ein geistreiches Hin- und Herbewegen von Argumenten ist, das auch im Jahr 2018 noch einiges an diskursiver Schärfe mit sich tragen kann. Im Cuvilliéstheater stellt sich dem Nikolaus Habjan, Grazer Regisseur und Puppenspieler, der in München schon Carl Maria von Webers „Oberon, König der Elfen“ an der Staatsoper als Mischung aus Puppen- und Musiktheater inszenierte.