Die Dreigroschenoper: Central, Düsseldorf

Brecht/Weills „Dreigroschenoper“ bringt das Dilemma des Mainstream auf den Punkt: Natürlich möchte man gerade mit politischem Theater ein möglichst breites Publikum erreichen, die „Dreigroschenoper“ ist aber so erfolgreich, dass jeder politische Anspruch längst von den Gassenhauermelodien zugekleistert wurde.

Antú Romero Nunes verweigerte sich dem Mitsingappeal des Stücks vor drei Jahren am Hamburger Thalia, indem er die größten Hits entweder ganz wegließ oder nur antäuschte – kann man machen, man setzt damit allerdings nur das Statement, dass die Vorlage nicht unproblematisch ist.

Auch Andreas Kriegenburg sieht dieses Problem: „Bertolt Brechts ,Dreigroschenoper‘ mit der Musik von Kurt Weill ist und bleibt ein Welthit“, schreibt das Schauspielhaus Düsseldorf anlässlich seiner Neuinszenierung. „Die Entlarvung bürgerlicher Heuchelei, die Brecht vorschwebte, gerät dabei schnell zur Nebensache.“ Tja.

Zu Kriegenburg jedenfalls passt es nicht, ein Stück zu dekonstruieren, also wird der Theatermacher, der sich zuletzt immer stärker in eine träumerische Phantasieästhetik zurückzuziehen schien, eine neue Lösung suchen müssen. Seit seiner 2009er-Inszenierung von Schillers „Kabale und Liebe“ kehrt der hochgerühmte Theatermacher Kriegenburg jetzt erstmals zurück nach Düsseldorf.