Die Taschendiebin

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Die Taschendiebin

Park Chan-wook gilt seit „Oldboy“ als Ausstattungszauberer des koreanischen Kinos, der trotz eines Faibles für verstörende Gewaltdarstellungen erzählerisch auch für ein westliches Publikum anschlussfähig bleibt. Mit „Die Taschendiebin“ hat Park nach seinem Hollywood-Ausflug „Stoker“ eine westliche Vorlage verfilmt: Sarah Waters’ queeren Kriminalroman „Solange du lügst“, den der Film geschickt aus dem viktorianischen England ins japanisch besetzte Korea der Dreißigerjahre verlegt. Das Setting entspricht dabei dem Stoff, der sich frei zwischen Epochen und Kontinenten bewegen lässt: Das erste Drittel des Films spielt fast ausschließlich in einem düsteren Landhaus, das zu Teilen aus europäischer, zu Teilen aus ostasiatischer Architektur besteht. Wie in der Vorlage angelegt, reißt Park darauf mehrfach das Steuer herum, Gute werden zu Bösen, Betrüger zu Betrogenen, am Ende gibt es tatsächlich noch ein paar eklige Splatterszenen. Im Grunde schnurrt die Geschichte aber erstaunlich gradlinig einem überraschenden Happy End zu. fis

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