Die versunkene Stadt Z

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Die versunkene Stadt Z

„Der Dschungel ist der Ort der Fieberträume. Da passen Kino, Oper, Kinski und ich hin“, sagte einmal Werner Herzog, den es bei „Aguirre, der Zorn Gottes“ und „Fitzcarraldo“ in den Urwald verschlug. Nun hat sich auch der Kinoromantiker James Gray („The Immigrant“) ins Dschungeldickicht verirrt – und obwohl er die Hauptrolle ausgerechnet mit dem Anticharismatiker Charlie Hunnam besetzt hat, ist „Die versunkene Stadt Z“ ein flirrender, ungemein faszinierender Film.

Peter Fawcett wird in den 20er-Jahren zur Landvermessung in den bolivianischen Dschungel geschickt. Noch zweimal zieht es ihn nach seiner Heimkehr in die ihm zunehmend fremde Zivilisation nach Bolivien zurück, die Hinweise auf eine verschollene Stadt lassen ihn nicht los, und jedes Mal taucht er tiefer ein in die Mysterien des Urwaldes, bis der Dschungel ihn schließlich ganz verschluckt. Gray inszeniert fast klassizistisch, rekurriert nicht nur auf „Apocalypse now“, sondern auch auf alte Western und Hollywoodmelodramen, besingt Abenteuerdrang und Forschergeist, wie es lange kein Film getan hat. Die Bilder sind dabei in warmes Dämmerlicht getaucht, oft schälen sich Landschaften und Gesichter nur durch spärlich lodernde Flammen von Kerzen oder Lagerfeuern aus der Finsternis. Werner Herzog würde das wahrscheinlich gefallen. sb

„Die versunkene Stadt Z“ ist als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Die versunkene Stadt Z