Enissa Amani: Mainblick

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Enissa Amani: Mainblick
Foto: Parham Farajollahi

Enissa Amani hasst Schubladendenken – als Kind persischer Eltern und als Frau, die gerne Guccihandtaschen und Lipgloss trägt, wurde sie schon oft falsch eingeschätzt. Dabei hat sie es faustdick hinter den Ohren: In Minirock und High Heels steht sie auf der Bühne, mimt das süße Mädchen, nur um dann ihr Publikum mit einem schmetternden „Was geht, Motherfuckers!“ zu begrüßen und von Gangsterrap und den Schimpfwörtern ihrer Generation zu erzählen. Ihre Geschichten über Kulturunterschiede, Rassismus und die kommunistische Erziehung durch ihre Eltern baut sie mit einem Klischeebaustein nach dem anderen auf – nur um das Gebilde dann mit einer einzigen Pointe umzureißen. In der männerdominierten Branche hat sich Amani mit ihrer frechen Ghetto-Sprache und den gesellschaftspolitischen Themen schnell bis zum Deutschen Comedypreis gespielt, jetzt geht sie mit ihrem zweiten Soloprogramm „Mainblick“ auf Tour. Die erste Vorpremiere kann am heutigen Samstag im Bielefelder Ringlokschuppen besucht werden. kulturnews war von Amanis erstem Programm „Zwischen Chanel und Che Guevara“ so überzeugt, dass die Comedienne mit „Mainblick“ bereits jetzt auf der Bestenliste steht. Wir wissen, dass das gewagt ist, stehen aber zu dieser Entscheidung und fordern alle künftigen Besucher der Show auf, hier abzustimmen: Steht die Frau, die „Tussi“ zum Kampfbegriff gemacht hat, hier zu Recht?

Enissa Amani: Mainblick
Foto: Parham Farajollahi