Fahrelnissa Zeid: Deutsche Bank Kunsthalle, Berlin

Zeitgenössische türkische Kunst erlebt aktuell einen kleinen Boom, der sich erklären lässt durch die vibrierende Istanbuler Galerienszene in Zeiten zunehmender politischer Repression. Es gibt allerdings auch eine Tradition türkischer Avantgardekunst, die hierzulande erst noch entdeckt werden will.

Fahrelnissa Zeid (1901–1991) war eine Pionierin der Moderne, die internationale Malereitrends mit islamischen Kunsttraditionen zu verbinden wusste. Obwohl Zeid intensiv sowohl den Westen als auch den Orient bereiste und das Kölner Museum Ludwig schon 1990 eine erste Ausstellung ausrichtete, blieb sie in Deutschland weitgehend unbekannt – so unbekannt, dass die Deutsche Bank Kunsthalle ihre Ausstellung entgegen der Tatsachen als „erste umfassende Retrospektive ihres Werkes“ bewerben kann.

Immerhin, Gelegenheit, eine bislang vernachlässigte Künstlerin kennenzulernen, bietet sich hier noch bis 25. März, wobei der Schwerpunkt der Präsentation auf großformatigen, abstrakten Arbeiten der späten 1940er- bis 1960er-Jahre liegt.