„Hauchkörper“ in Duisburg

Mit Rebecca Horn erhält zum ersten Mal eine Frau den mit 10 000 Euro dotierten und einer Einzelausstellung verknüpften Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg – nach Künstlern wie Claes Oldenburg, Joseph Beuys und Nam June Paik.

Die heute 73-jährige Bildhauerin erlitt vor zwei Jahren einen Schlaganfall, dennoch entwickelte sie in der Folgezeit mit den „Hauchkörpern“ eine neue Serie: überlebensgroße, spitze Messingstäbe, die sich präzise choreografiert hin und her bewegen und so den Betrachter selbst in eine meditative Bewegung versetzen.

Die Ausstellung „Hauchkörper als Lebenszyklus“ (noch bis 2. 4. im Duisburger Lehmbruckmuseum) knüpft so an frühere Experimente Horns mit kinetischen Objekten an, die zwar in der Abstraktion einen künstlerischen Eigenwert besitzen, immer aber in Verbindung zum menschlichen Erleben stehen: „Im Zentrum steht der Mensch und seine Seele, der Mensch auch mit seinen dunklen Seiten, mit seinen Apparaturen, die er sich selbst geschaffen hat, der Mensch mit seiner Fähigkeit, seine eigenen Unzulänglichkeiten durch Schönheit zu überwinden“, beschreibt das Lehmbruckmuseum das Ausstellungskonzept.