Hauptsache frei: Hamburg

Respekt. Anne Schneider und Sarah Theilacker haben seit 2015 mit „Hauptsache frei“ ein beeindruckendes Theaterfestival auf die Beine gestellt, mit dem sie erstens die notorisch zerstrittene freie Szene der Hansestadt einen konnten, zweitens zumindest versuchten, dem für freies Theater typischen Trend zu Selbstausbeutung und Unterbezahlung etwas entgegen zu setzen (wobei auch Hauptsache frei mit Vorwürfen umgehen musste, Dumpinggagen zu zahlen) und drittens einen klugen, scheuklappenfreien Überblick über die Szene der Hansestadt zu bieten.

Im Vorjahr war der Autor dieser Zeilen Mitglied der Auswahljury, ganz unabhängig ist dieses Lob also nicht, dennoch kann festgehalten werden: Wer sich dafür interessiert, was in Hamburg jenseits der Staatstheater passiert, für den ist Hauptsache frei ein guter Anhaltspunkt. Satzungsgemäß müssen Schneider und Theilacker die Festivalleitung nach drei Ausgaben abgeben, insofern ist 2017 also nicht nur die Etablierung eines Programms, sondern auch ein Abschied – und das Interesse, wer wohl nachfolgen wird.

Dieses Jahr findet aber „Hauptsache frei“ noch unter der Federführung von Schneider und Theilacker statt, vom 19. bis 22. April in der K3, im Monsun Theater (Foto), im Lichthof Theater und im Hamburger Sprechwerk.