Helle Nächte

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Helle Nächte

Bauingenieur Michael (Silberner Bär bei der Berlinale: Georg Friedrich) unternimmt einen Roadtrip mit seinem pubertierenden Sohn Luis (Tristan Goebel), den er schon lange nicht mehr gesehen hat. In der Einsamkeit und Eiseskälte des nördlichen Norwegens müssen beide mit einer Nähe zurechtkommen, die sie nie gelernt haben zuzulassen … Es sind die Bilder von Reinhold Vorschneider, Deutschlands poetischstes und unbestechlichstes Kameraauge, die aus einem simplen Vater-Sohn-Drama teils hypnotisches Erfahrungskino machen: Die eindrücklichste Sequenz ist eine vierminütige subjektive Autofahrt mitten in den sich immer weiter verdichtenden Nebel hinein, bis die Kamera förmlich abzuheben scheint. Thomas Arslans Film schwächelt in seinen Dialogen, doch tragen die Protagonisten ihren Konflikt ohnehin weniger mit Worten aus, obwohl es auch um den – meist scheiternden – Versuch geht, eine gemeinsame Sprache zu finden. „Helle Nächte“ gipfelt nicht in einer Katharsis, zieht unter die Verwerfungen aber auch keinen bequemen Schlussstrich. Kurz vor Schluss führen die tagelangen Strapazen zu einer zaghaften Umarmung – dann sind Vater und Sohn wieder allein. Im Rahmen dieses Films ist das schon ziemlich viel. sb

Die Spielzeiten von „Helle Nächte“ in Ihrer Stadt gibt es hier.

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