Kasimir und Karoline: Schauspielhaus, Stuttgart

Es ist nicht das erste Mal, dass das Schauspiel Stuttgart dem LTT Tübingen die Schau stiehlt: Da findet eine Premiere am LTT statt, und ein paar Wochen später steht dasselbe Stück in der Landeshauptstadt auf dem Spielplan, natürlich finanziell weit besser ausgestattet und unter deutlich höherer öffentlicher Anteilnahme. Unschön.

Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“ natürlich ist als Wirtschaftskrisendrama ein Stoff, der auf den Nägeln brennt: Das 1932 uraufgeführte Stück wird derzeit entsprechend landauf, landab gespielt, entsprechend ist es verständlich, dass auch entlang des Neckars mehr als eine Bühne auf die Vorlage zurückgreift.

Sei es drum, in Tübingen läuft das Stück ab 28. April in der Regie von Oberspielleiter Christoph Roos, in Stuttgart folgt gut zwei Wochen später Starregisseur Stefan Pucher. Der hat seit einiger Zeit einen Hang zum Politischen, der die Ästhetik des einstigen Popheatermachers nicht uninteressant aufraut, das Sozialdrama dürfte ihm entgegenkommen. und vielleicht macht man ja auch das Beste aus der Stückdopplung, setzt sich in den Regionalzug und vergleicht die Zugriffe von Roos und Pucher?