Platten // Review

Soundtrack
Erscheintermin 20.3.2009
Universal
Medium CD
Als Intro schwirrt uns ein Synthiesound durch den Kopf, von links nach rechts und zurück - als sollten mit diesem kleinen Klangtrick der fantastischen M.I.A. und des Scorekomponisten A R Rahman schon der dialektische Rahmen abgesteckt werden, der auch den Film "Slumdog Millionaire" umfasst: der zwischen Slum und Ruhm, zwischen Gefängnis und TV-Studio. Ebendort, im Fernsehen, sitzt im Film ein kleiner armer Junge und räumt den Jackpot der indischen Version von "Wer wird Millionär?" ab; doch das wird ihn nicht glücklich machen, im Gegenteil. A R Rahman gilt als "Mozart von Madras". Sein Soundtrack ist düster und aggressiv, er traktiert uns mit sinistrer Perkussion und schabender Elektronik, Streicher hängen bedrohlich über der Szenerie, die Sitar steht kurz vorm Herzkasper, mancher Beat klingt wie eine Kugelsalve plus Nachladen des Gewehrs. Dieser Score im Stil des Indien-HipPop sagt: Geld stinkt genauso wie das Ghetto. Und ob du es hast oder nicht: Am Kampf ums Überleben ändert das nichts. (mw)






