// Künstlerportal: Aaron Hildebrand

Filme // Review

Aaron Hildebrand
Bewertung
Drama
Erscheintermin 5.12.2002
Verleih Tobis
Führer Ex

Nach der Doku komt der Spielfilm: 1993 hatte sich Winfried Bonengel im kontroversen "Beruf: Neonazi" mit der rechten Szene beschäftigt. Nun folgt eine fiktionale Version: Zwei DDR-Jugendliche (Blümel, Hildebrand) geraten wegen versuchter Republikflucht zwischen die Mühlen des Justizapparates, durchleiden eine schlimme Zeit und werden später im Westen - folgerichtig? - zu Rechtsextremisten. Ex-Neonazi Ingo Hasselbach betätigt sich als Co-Autor. Das ermöglicht zwar den einen oder anderen authentischen Blick in die Szene und vor allem in den Knastalltag der DDR, selten aber in die Psyche der Jugendlichen. Genau da sollte unser Blick aber sein. Bedauerlich und ärgerlich auch, wie klischeehaft nicht nur der Ost-Alltag und das Wesen des "gemeinen Ossis" gezeichnet wird. Fatal ebenfalls, dass die Entwicklung der beiden Hauptdarsteller von schüchternen Ex-Knackis zu rechtsextremen Führungspersönlichkeiten kaum nachzuvollziehen ist. "Führer Ex" ist allenfalls ein schlechtes Buddy-Movie um Freundschaft und Verrat. Psychologisch gleicht er einem Desaster und langweilt mit äußerst schlichten Bildern. Die Chance, ein wichtiges Thema einem große Pubikum zugänglich zu machen, wurde völlig in den Sand gesetzt. Das ist nur schwer zu verzeihen. (ascho)





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