Filme // Review

Drama
Erscheintermin 28.12.2000
Verleih Neue Visionen
Der kleine Esken kann Akkordeon spielen. Das verschafft ihm in seinem kasachitischen Dorf die Eintrittskarte in die Welt der Erwachsenen: Ohne Eskens Akkordeon gibt es kein Tanzfest. Und Plattenspieler gibt es in diesem Nest noch lange nicht. Satybaldy Narymbetov liefert Momentaufnahmen, Erinnerungsfetzen an die Stalin-Ära. Ein Dorf voll schrulliger Persönlichkeiten, allesamt auf ihre Art und Weise liebenswürdig - ob nun die Hure, die angehimmelte schöne Bibliothekarin oder der parteitreue Dorfpolizist. Selbst mit den japanischen Kriegsgefangenen hat sich Esken angefreundet. Doch die so poetische Idylle wird immer wieder jäh durchbrochen von privaten Katastrophen (wie der ersten Eifersucht des Jungen) und politischen Einschnitten, die aus der Warte eines Kindes am Rande der westlichen Welt mit ganz eigener Intensität und Verunsicherung erlebt werden. All das zeichnet Narymbetov mit bemerkenswertem Einfühlungsvermögen. (ascho)






