// Künstlerportal: Alexander Sokurow

Filme // Review

Alexander Sokurow
Bewertung
Drama
Erscheintermin 19.1.2012
Verleih MFA
Medium Kino
Faust

Der Himmel ist leer. Einzig ein Spiegel schwebt noch über dem schlammigen Städtchen, in dem Dr. Faust anatomischen Studien nachgeht, wirft den Blick zurück auf den Wissenschaftler, der nach der Seele sucht und doch nur Eingeweide findet. Alexander Sokurow hat Goethes "Faust" sehr frei verfilmt, ohne Hexerei, ohne Sinnsuche, dafür mit politischer Radikalität, die einen vitalen Faust als Handelnden zeigt und Mephisto als Sonderling, der am apokalyptischen Ende zurückgelassen wird. Faust steht hier in einer Reihe mit Hitler, Lenin und dem faschistischen japanischen Kaiser Hirohito ("Faust" ist der Abschluss von Sokurows Tetralogie über das Prinzip Macht), was ein kluger Gedanke ist, historisch aber kaum begründbar. Ein Mammutwerk, gedreht auf Deutsch mit deutschen und österreichischen Darstellern, im ungewöhnlichen 1.33:1-Format, mit einem Budget von zehn Millionen Euro einer der teuersten russischen Filme aller Zeiten - und all das für nichts, für einen leeren Himmel. Kein Gott, keine Erlösung, nicht einmal eine kleine Walpurgisnachtorgie. Es ist so sinnlos, so großartig. (fis)


Prädikat besonders wertvoll




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