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Andreas Bär Läsker, Fanta 4 // Story

Andreas Bär Läsker, Fanta 4
Foto: Lars Wallisch

Der fünfte Fanta

Die Fantastischen Vier sind die besten deutschen HipHopper der Welt. Jetzt werden sie 20, und Popprominenz wie Sasha oder Juli huldigt ihnen auf einem Coversampler. Schuld daran ist nur einer: Fanta-Manager Andreas Bär Läsker. Von Steffen Rüth

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kulturnews: Bär, du hattest keine Ahnung, wie man eine Band managt, oder?
Andreas Bär Läsker: Null. Wie denn auch? Unser Mut in Verbindung mit der kumulierten Intelligenz hat ausgereicht, um uns nach vorne zu bringen.

kulturnews: Was hast du eigentlich gelernt?
Läsker: Gar nix. Ich habe das Humanistische Gymnasium in Ludwigsburg nach der 11. Klasse abgebrochen, weil mir das zu doof war. Ich war unterfordert.

kulturnews: Wie hast du die Fantastischen Vier kennengelernt?
Läsker: Ich hatte seit Mitte der 80er einen Plattenladen. Irgendwann kam Michi Beck rein, gab mir ein Demoband und sagte: "Hör mal." Der Song auf dem Tape war "Hausmeister Thomas D." Dass die alle vier zwar völlige Spacken waren, aber echt was drauf hatten, das spürte ich dann schnell.

kulturnews: Wie groß ist dein Einfluss auf die Fantas?
Bär: Es ist nicht so, dass die Fantas von mir gemacht wurden. Klar ist der eine modeaffiner als der andere, man muss auch jemandem mal sagen: Zieh diese Siffklamotte aus. Richtig los ging das mit dem Reinquatschen, als Kommerz ein Thema wurde. Entweder, wir machten es richtig, oder wir machten es gar nicht. Bei der "Vier gewinnt"-Platte 1992 ging die große Diskussion über die erste Single los. Ich bestand auf "Die Da". Hätten die Fantas sich durchgesetzt und "Saft" genommen, dann säßen wir jetzt nicht hier.

kulturnews: Wie schwer ist es, den Stall zusammenzuhalten, wenn aus Jungs Familienväter werden?
Läsker: Verdammt schwierig. Ich bin schon die treibende Kraft und derjenige, der sagt: Herrschaften, an die Arbeit! Die Familienplanung ist natürlich kompliziert. Thomas hat zwei Kinder, Andy ist Vater von Zwillingen geworden, Michi und Smudo haben jeweils eine Tochter seit nem Jahr. Sind also sechs Kinder im Spiel mitsamt der Frauen, die so einen Magnetismus weg von der Arbeit erzeugen. Da muss man gegenhalten.

kulturnews: Wie schafft man es, 20 Jahre oben zu bleiben?
Läsker: Ein wirklich guter deutscher Text ist immer Magnet für nachrückende Generationen. Kleine Kinder haben einen wahnsinnigen Spaß daran, unsere Texte auswendigzulernen. Wir haben inzwischen die zweieinhalbste Generation am Start.

kulturnews: Auf dem Album "A Tribute to Die Fantastischen Vier", das du kuratiert hast, machen komische Kollegen mit: Thomas Anders und Mario Barth zum Beispiel. Warum?
Läsker: Ich kenne niemanden, der die Fantas scheiße findet. Das ist so. Die haben eine gewisse Coolness, die sich durch die 20 Jahre so aufgebaut hat. Deswegen hat mich interessiert, was diese Bandbreite von Leuten - Peter Maffay, Xavier Naidoo, Knorkator, Karpatenhund, Fehlfarben, Juli - aus den Vorlagen machen, ob die überhaupt mitmachen, ob die sich das trauen.

kulturnews: Sind auch welche gescheitert?
Läsker: Silbermond haben aufgegeben, Grönemeyer auch.

kulturnews: Du hast vorletztes Jahr in der der Jury zu DSDS gesessen. Hat das Spaß gemacht?
Läsker: Total. Ich fand das witzig, plötzlich berühmt zu sein. Ich habe mich dort überraschenderweise sehr wohl gefühlt und gehe seitdem mit viel weniger Lamepnfieber an öffentliche Auftritte ran. Und in der Klasse meiner 15-jährigen Tochter war ich natürlich der Held.

kulturnews: Steht der Bär eigentlich im Pass?
Läsker: Das tut er. Seit zwölf Jahren heiße ich offiziell Andreas Bär Läsker.

kulturnews: Aber du sahst schon mal bäriger aus.
Läsker: Früher wog ich 30 Kilo mehr, hatte lange Haare und einen Vollbart. Heute laufe ich vier Mal die Woche eine Stunde und fahre sonntags gerne Fahrrad. Auch hier gilt die Devise: Nur wer sich bewegt, der kommt vom Fleck.

"A Tribute to Die Fantastischen Vier" erscheint am 7. August.

01.08.2009


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