Bücher // Review

Hörbuch
Erscheintermin 10/2007
Silberfisch
Warum gilt Rufus Beck eigentlich als König der Hörbuchsprecher? Mag ja sein, dass er gut mit Magiern und Hexen kann, doch bei Molltönen bekommt er Probleme. Der 17-jährige Phil lebt als klassischer Außenseiter am Rande einer süddeutschen Kleinstadt. Seine alleinerziehende Chaosmutter verweigert alle Infos über Phils Vater, und auch Zwillingsschwester Dianne hat sich vollkommen in sich selbst zurückgezogen. Doch zum Glück sind da noch seine beste Feundin Kat und Nicholas - in den er sich unsterblich verliebt. Andreas Steinhöfel hat mit "Die Mitte der Welt" einen sehr sensiblen Roman über das Erwachsenwerden eines schwulen Jungen geschrieben. Leider steht Beck der verführerischen Melancholie des Buches ratlos gegenüber: Durch gnadenlose Übersteuerung verwandelt er stilleren Humor in Slapstick, und streckenweise verkommen die Charaktere zu Karikaturen. Grandios hingegen ist die fürs Hörbuch gekürzte Textfassung, bei der die etwas zu langatmigen Passagen des Romans gestrichen wurden. Herrlich, dass das neue Jugendlabel Silberfisch mit der Steinhöfel-Adaption startet - doch statt einer Neuauflage hätten sie besser eine Neuproduktion angekurbelt. (cs)






