Haus der Berliner Festspiele Berlin // News
Auswahl für Berliner Theatertreffen steht
Die Auswahl für die bedeutendste Leistungsschau des deutschsprachigen Theaters steht fest - die Berliner Festspiele gaben die Teilnehmer des Theatertreffens bekannt, das vom 3. bis 19. Mai stattfinden wird. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem sehr viele Überraschungsgäste teilnahmen, hat sich die Quote der alten Bekannten etwas erhöht. Eingeladen sind folgende Produktionen:
Bertolt Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" vom
Schauspielhaus Zürich in der Regie von Sebastian Baumgarten. Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein" vom Hamburger Thalia Theater, Regie: Luk Perceval. Und Euripides’ "Medea" vom Schauspiel Frankfurt in der Regie Michael Thalheimers.
Die Münchner Kammerspiele können sich gleich über zwei Einladungen freuen: über Tennessee Williams’ "Orpheus steigt herab" (Regie: Sebastian Nübling) und über Elfriede Jelineks "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall" (Regie: Kammerspiele-Intendant Johan Simons). Ebenfalls zwei Einladungen gehen an das Schauspiel Köln, wo Intendantin Karin Beier derzeit ihre Abschiedsspielzeit begeht: Nach Berlin fahren Gerhart Hauptmanns "Die Ratten" (Regie: Karin Henkel) und Friederike Mayröckers "Reise durch die Nacht" (Regie: Katie Mitchell).
Auffallend ist: Die Berliner Theater, die während der vergangenen Jahre das Theatertreffen prägten, sind nur mit einer einzigen Einladung dabei. Herbert Fritsch, der schon eine Art Dauergast bei dem Festival ist, zeigt Dieter Roths "Murmel Murmel" von der Volksbühne. Und zumindest eine Koproduktion aus der Hauptstadt ist ebenfalls dabei: "Disabled Theatre" (unsere Abbildung), ein Tanzstück von Jérôme Bel, das der französische Choreograph gemeinsam mit Darstellern des Zürcher Behindertentheaters Hora entwickelte, wurde unter anderem auch vom Berliner Freie-Szene-Mutterschiff HAU und dem Hamburger Kulturzentrum Kampnagel produziert, hatte aber seine Uraufführung beim Festival im südfranzösischen Avignon.
Leo Tolstois "Krieg und Frieden" schließlich ist als Koproduktion von Ruhrfestspielen und Centraltheater Leipzig ein wenig eine politische Einladung: In seinem letzten Jahr als Leipziger Intendant zeigt die Jury dem Regisseur Sebastian Hartmann, dass sie sein mutiges, weit weg von jeder Texttreue angesiedeltes Programm, schätzt, ganz im Gegensatz zur lokalen Kritik.
Die diesjährige Jury bestand aus den Journalisten Vasco Boenisch, Anke Dürr, Ulrike Kahle-Steinweh, Christoph Leibold, Daniele Muscionico, Christine Wahl und Franz Wille. (fis)
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