// Filmportal

Tony Takitani



Bewertung
Drama
JAP/2005/75 Min.

Regie
Juni Ichiwaka
Darsteller
Issey Ogata
Rye Miyazawa

Start 9.6.2005
Verleih Alamode

Haruki Murakami ist der Konsensautor der Nuller-Jahre: Die Single-Generation fühlt sich verstanden, wenn der Japaner einsame Helden in einer unerklärlichen Welt auf Sinnsuche schickt. Erstaunlich, dass erst jetzt die erste Murakami-Verfilmung vorliegt. Die über zehn Jahre alte Kurzgeschichte beschreibt das Leben des Einzelgängers Tony, der zum ersten Mal menschliche Nähe erfährt, als er sich in die attraktive Eiko verliebt. Doch schon bald nach der Hochzeit schiebt sich ein Schatten über sein Liebesglück: Eiko hegt eine unstillbare Leidenschaft für Designer-Kleidung. Als Tony seine Frau bittet, ihre Einkäufe einzuschränken, passiert ein Unglück ... Regisseur Ichikawa beschreibt die Beziehungsunfähigkeit der Hauptfigur per Reduktion: Mit nur wenigen Darstellern und oft nur einer Theaterbühne liefert er eine intelligente und spröde Interpretation des Stoffes. Durch zu große Ehrfurcht vor dem Autor hält sich Ichikawa jedoch zu nah an die literarische Vorlage - er etabliert sogar einen rezitierenden Erzähler. Dabei kommen seine Bilder zum Stillstand; sie erzählen nicht, sondern illustrieren den eingesprochenen Text, bleiben minutenlang auf den reglosen Gesichtern der Figuren hängen. Durch die Wahl des nach innen gewandten Kurzprosastücks hat sich Ichikawa das Leben selbst schwer gemacht - mit der Adaption eines Murakami-Wälzers, der im wahrsten Sinne mehr Handlungsfreiheit erlauben würde, hätte er eher den Mut gefunden, der eigenen Filmsprache zu vertrauen. (cs)




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