// Filmportal

The Happening



Bewertung
Thriller
USA/2008/Min.

Regie
M. Night Shyamalan
Darsteller
Mark Wahlberg
Zooey Deschanel
Spencer Breslin

Start 12.6.2008
Verleih 20th Century Fox

Wir sind in New York, und wieder regnet es Menschen. Doch der 11. September ist nicht das Thema von M. Night Shyamalans Gruselthriller "The Happening". Vordergründig geht es um unerklärliche Massenselbstmorde, die sich vom Central Park aus seuchenartig über den Nordosten der USA verbreiten. Dem Lehrer Elliot (Mark Wahlberg), seiner traurigen Frau Alma (Zooey Deschanel) und der Tochter eines Freundes, der alsbald verstirbt (Scherbe, Pulsader), bleibt nur die Flucht aus der Stadt. Über Stock und Stein, mal als Gruppe, mal allein, geht es hinaus in Wald und Wiesen, ins scheinbar unberührte Herz Amerikas: die tiefste Provinz. Vor der suizidalen Kraft aber ist kein Entkommen möglich, denn die Flora selbst scheint eine Chemotherapie gegen die Menschen ausgeheckt zu haben. Wie in "Signs - Zeichen" (2002) und "The Village - Das Dorf" (2004) wohnt der Schrecken in der Natur. Diesmal ist sie es höchstselbst, die sich wehrt gegen die Bedrohung durch uns. Eine apokalyptische Klimakatastrophengeschichte also - doch als Grundidee schon oftmals durchdekliniert (zuletzt im Bestsellerroman "Der Schwarm"). Die Filme des einst für "The Sixth Sense" als Wunderkind gefeierten Regisseurs leiden seit Jahren unter einer stark abfallenden Qualitätskurve bei den Drehbüchern. Zu Beginn seiner Karriere waren sie genial gebaut, verschlugen uns mit Wahnsinnspointen den Atem. Diesmal schleppt sich der anfangs atmosphärische und flott erzählte Plot bald nur noch ideenarm dahin, und als Pseudopointe muss am Ende der tausendste Aufguss einer alten Horrormasche herhalten: Es ist noch nicht vorbei ... Was von diesem Film, der zu viel verbalisiert statt visualisiert, ästhetisch übrig bleiben wird, ist der milchige Schleier, der eine Patina latenter Bedrohung über die Bilder legt. Und es sind die zwei tiefen Nasenwurzelfalten Mark Wahlbergs, in denen sich all jene existenziellen Sorgen sammeln sollen, die weder Drehbuch noch Regisseur den Mimen zu spielen abverlangen. Merkwürdig teilnahmslos agiert das Ensemble, als wüsste es, dass jedes stark ausgespielte Gefühl eh ins Lächerliche abrutscht unter diesem Regisseur, der von Schauspielführung so viel Ahnung hat wie ein Kleiderschrank. "Ich fühle mich so schuldig", muss Deschanel an einer Stelle zu ihrem Filmgatten sagen, "und falls wir jetzt sterben müssen, möchte ich, dass du das weißt." Ihr Vergehen? Sie hat mit einem Bekannten Tiramisu gegessen. Derart verkorkste Gemüter müssen aus Pflanzensicht wirklich runter vom Planeten, und zwar pronto. (mw)



Zugabe

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