// Filmportal

Tage oder Stunden



Bewertung
Drama
F/2008/85 Min.

Regie
Jean Becker
Darsteller
Albert Dupontel
Marie-Josée Croze
Pierre Vaneck

Start 30.4.2009
Verleih Arsenal

Der Werbetexter Antoine flippt total aus. Er schmeißt seinen Job, verletzt zu Hause Frau und Kinder, prügelt sich mit Freunden - und das alles an seinem 42. Geburtstag. So agiert nur einer, der verrückt geworden ist oder nichts mehr zu verlieren hat. Doch was hat er verloren? Keiner weiß es, wir erst recht nicht. Wir sehen nur die ausgewaschenen Farben dieser Pariser Pseudoidylle. Und leise wackelt die Kamera, auch in den treffsicheren Dialogszenen. Kein Zweifel: Hier gerät etwas aus den Fugen, ein ganzes bürgerliches Leben - und das gibt Antoine dann auch auf, von jetzt auf gleich. Mit 240 Sachen donnert er im BMW der Küste entgegen, um nach Irland zu fahren, zu seinem Vater, der dort seit Jahrzehnten als Fischer lebt. Der alte Mann wird Antoines Geheimnis erfahren, als erster. Was sich anlässt wie eine weitere Studie über die Psychokrise des westlichen Mannes über 40, entpuppt sich als existenzielles Drama, dem der Regieveteran Jean Becker ("Dialog mit meinem Gärtner") allerdings nicht auf den Grund zu gehen vermag. Sein fantastisches Ensemble um Albert Dupontel und Marie-Josée Croze spielt zwar das eskalierende Psychodrama, als sei es in einem Film von Ingmar Bergman. Doch das Drehbuch ist simpel und verschenkt am Ende ein großes Thema an eine kleine Pointe - die auch noch (zu) früh zu erahnen ist. Zur anspruchsvollen Fernsehproduktion hätte es gereicht; doch für einen bewegenden Kinofilm fehlen diesen kurzen 85 Minuten ästhetisch wie gedanklich Wucht und Tiefe. (mw)




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