// Filmportal

The Limits of Control



Bewertung
Thrillerdrama
USA/2009/117 Min.

Regie
Jim Jarmusch
Darsteller
Isaach De Bankolé
Tilda Swinton
Bill Murray

Start 28.5.2009
Verleih Tobis

Drei Dinge haben die Filme von Jim Jarmusch schon immer dominiert: die Langsamkeit, das Aufeinandertreffen fremder Kulturen und Jarmuschs Vorliebe dafür, seinen Protagonisten bei dem zuzuschauen, was sie gerade tun: Autofahren, gehen, sitzen, rauchen, schweigen. Zuletzt, in "Broken Flowers" (2005), hatte Jarmusch Handlung und Dialoge auf ein Minimum heruntergefahren und den Spielfilm so an den Rand einer meditativen Erfahrung geführt. Nun reicht Jarmusch über diese Grenze hinaus - und produziert einen eklatanten Kunstfilmflop, eine Art abstraktes Zelluloidessay voll unfreiwillig komischer, bedeutungsschwangerer Proklamationen und sinnfreien Aktion. Ein mysteriöser Mann (Isaach De Bankolé) reist durch Spanien, trifft seltsam kostümierte Leute, die ihm Geheimbotschaften überbringen (Tilda Swinton, Gael García Bernal, John Hurt) und Monologe über Kunst und Halluzinationen halten. Am Ende stranguliert der Mann Bill Murray, der vorher vulgär über die Kunst hergezogen war. Auch will eine nackte Frau in durchsichtiger Regenpelerine mit dem Killer schlafen. Ab und an geht der ins Museum und schaut sich jeweils genau ein Bild an, wozu dann psychedelischer Metal und Soundkrach der Band Boris ertönt, der einem das eh schon gequälte Hirn noch mehr durchwalkt. Die stoische, eingefrorene Mimik De Bankolés findet ihre Entsprechung in den starren, unbeweglichen Einstellungen, die Jarmusch wählt, um sein offenbar übermäßig improvisiertes Werk abzubilden. Man kann das als verkopfte Meditation über die Grenzen der Sprache, der Wahrnehmung, des Verstandes, ja, der Kunst lesen - oder auch als das ohne Joint am schwersten zu ertragende Filmerlebnis seit David Lynch vollkommen in die transzendentale Meditation abgedriftet ist. (vs)



Zugabe

Mörderische Verlosung: Die „Morgenstern“-Hörspielserie

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