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Transformers - Die Rache



Bewertung
Action
USA/2009/157 Min.

Regie
Michael Bay
Darsteller
Shia LaBeouf
Megan Fox
Josh Duhamel

Start 24.6.2009
Verleih Paramount Pictures


Böse Zungen unken, Michael Bay sei Hausregisseur des Pentagons und eigentlich Werbefilmer. Positiv gewendet hieße das: Man weiß, was man geliefert bekommt - ein pathosverseuchtes Loblieb auf den Patriotismus und Militarismus der USA, der "auch diesen Krieg gewinnen wird, wie bisher immer", wie der nationale Sicherheitsberater sagt. Kritische Selbstreflexion darf man also nicht erwarten. Dafür jede Menge Kollisionen, Explosionen und die Integration sämtlicher Hardware, die die US-Kriegsmaschinerie im Arsenal hat, untermalt von einem pompösen Score in bester Hans-Zimmer-Manier (in diesem Fall der Epigone Steve Jablonsky) - und zwar so lange, bis sich am Ende die Helden in Zeitlupe in der Abendsonne in den Armen liegen. Die Story, die davor noch absolviert werden will, löst angesichts ihrer logischen Löcher allerdings Kopfschütteln aus. Sie hangelt sich wie ein Affe im Dschungel von Liane zu Liane - und lässt sich leicht auf einen Nenner bringen: Der Krieg zwischen Autobots, die mittlerweile eine Allianz mit der US-Armee eingegangen sind, und Decepticons auf dem Schlachtfeld Erde geht in die nächste Runde. Jeder neue Handlungsstrang dient einzig dazu, ein neues Kapitel für die seelenlose Pixel- und Materialschlacht zu transportieren, die derart rasant und reizüberfrachtet montiert ist, dass man meist keinen Unterschied zwischen Gut und Böse mehr ausmachen kann. Die menschlichen Darsteller sind nur Beiwerk und dienen bestenfalls als Stichwortgeber; die Hauptrolle spielen - ähnlich wie in "Terminator 3" - die Effekte. Dieses Manko können auch die gewollt anrüchigen Gags nicht kompensieren. Zum Beispiel der kleine Roboter, der sich wie ein Hund am Bein von Megan Fox phallustiert. Zumindest darf sich der von Visionen geplagte Hauptdarsteller Shia LaBeouf einmal ohne Harrison Ford in Bibliotheken, Museen und ägyptischen Ruinen als eine Art Indiana Jones betätigen, dessen Sohn er im letzten Sequel spielte - da schimmert die Handschrift von Steven Spielberg durch, der als Produzent fungierte. Dass zum Schluss, wenn gar Pyramiden in Schutt und Asche daliegen und sich die Rauchschwaden verzogen haben, alles wieder nur ein vermeintlicher Anfang ist, macht die bittere Wahrheit deutlich: Alles hat ein Ende, nur Blockbuster haben keins. Ein dritter Teil zieht bereits auf am Firmament. Da wünschen sich selbst friedlich gesinnte Kinoästheten die Abrissbirne herbei. (mcs)



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