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Terminator - Die Erlösung



Bewertung
SciFi-Acton
USA/2009/115 Min.

Regie
McG
Darsteller
Christian Bale
Sam Worthington
Bryce Dallas Howard

Start 4.6.2009
Verleih Sony Pictures


Jonathan Nolan, Anthony E. Zuiker, Paul Haggis, Shawn Ryan, Alan Dean Foster, Michael Ferris, John D. Brancato - das sind nicht etwa die Stars von "Terminator - Die Erlösung", dem vierten Teil der Science-Fiction-Serie, sondern all die Menschen, die am Drehbuch mitgeschrieben und herumgedoktert haben. Und wenn man sich nun noch vor Augen hält, dass Christian Bale überhaupt nur mitspielen wollte, wenn das Drehbuch geändert und seine Rolle als Rebellenführer John Connor ausgebaut würde - dann überrascht es nicht, dass der Film genau das geworden ist, was dieses Skriptkuddelmuddel nahelegt: ein Desaster, voller Sinn- und Logiklöcher, Action, die dramaturgisch nicht in die Handlung eingebettet ist, Szenen, die ohne rechten Aufbau anfangen und wieder enden, Figuren ohne jede Tiefe oder Entwicklung, Dialoge, die keine Dialoge sind, sondern nur ausgewalzte Stereotypen und pathetische Proklamationen. Es ist erschreckend, wie ziellos und uninspiriert dieser Startschuss für eine anvisierte neue Trilogie 120 Minuten seinem peinlichen Schluss entgegenwankt und dabei doch so gar nichts zu sagen hat. Im Jahr 2018 kämpfen die letzten überlebenden Menschen in einer postapokalyptischen Welt gegen die künstliche Intelligenz Skynet, ein von Menschen entwickeltes militärisches Abwehrsystem, das sich gegen seine Erschaffer gewandt hatte. John Connor (im Original mit unfreiwillig komischer Heiserstimme: Christian Bale) ist Teil des Widerstandes, und man erinnert sich: Connor ist die Person, die Sykynet durch seine Terminators in den Teilen eins bis drei töten wollte, damit er nicht zum Anführer der Menschen wird und diese so den Krieg gewinnen. Connor weiß um sein Schicksal und auch, dass er den jungen Kyle Reese (Anton Yelchin) vor den Maschinenkillern retten muss - den Reese ist sein Vater. Connor selber wird ihn in einigen Jahren aus der Zukunft ins Jahr 1984 senden, um seine eigene Mutter Sarah vor einem Terminator zu retten. Reese wird bei dieser Mission umkommen, aber vorher wird er noch mit Sarah Connor schlafen und ein Kind zeugen: John. Diese komplizierten Verschränkungen von Zukunft und Vergangenheit sind ein Markenzeichen der Serie. Und sie werden noch komplizerter, als der 2003 zum Tode verurteilte Marcus Wright (Sam Worthington in der Rolle, die ursprünglich Bale spielen sollte) auftaucht. Marcus ist, das wird schneller klar als es den Drehbuchatoren lieb ist, ein Mensch-Maschine-Hybrid, der von Skynet aus der Vergangenheit gesandt wurde. Connor will ihn töten, doch als Kyle Reese von den Maschinen gefangen wird, müssen Mensch und Menschmaschine zusammen für die Zukunft der Menschheit Skynet angreifen ... Regisseur McG, bisher für zwei hysterische "Drei Engel für Charlie"-Spektakel bekannt, bleicht seinen Film aus, er entzieht seinen Bildern alle bunten Farben, aber gleichzeitig seinen Figuren auch jegliches Leben. Einige hochinteressante, philosophische Konstellationen bietet der Stoff an: Der Cyborg Marcus verliebt sich in eine Widerstandskämpferin, stellt sich die Frage aller Fragen (Wer bin ich?) und tritt seinem Schöpfer gegenüber, John Connor wiederum trifft seinen eigenen Vater als Teenager, den er bald schon in den sicheren Tod schicken muss, damit er selber leben kann. Doch keinen dieser Stränge greift McG auf. Stattdessen kracht, bumst, scheppert, explodiert und wummt es in einem fort sinnbefreit, dass James Camerons Zerstörungsorgie "Terminator 2" dagegen eine besinnliche Kanufahrt war. Doch der ganze Lärm und das ganze tricktechnische Feuerwerk, das "Terminator - Die Erlösung"abbrennt, sollen nur über eins hinwegtäuschen: dass hinter diesem aufgepumpten, Bedeutung und Tiefgang vortäuschenden Projekt nur eines liegt - absolute, gähnende Leere. Ein Potemkinsches Dorf von einem Film. (vs)



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