Jasmin


Drama
D/2011/120 Min.
Regie
Jan Fehse
Darsteller
Anne Schäfer
Wiebke Puls
Start 14.6.2012
Verleih Camino
Jasmin hat ihre Tochter getötet, ein Suizidversuch scheiterte, jetzt sitzt die junge Frau einer Psychologin gegenüber, die versucht, die Tat zu rekonstruieren, vier Sitzungen lang. Jan Fehse hat mit "Jasmin" ein Kammerspiel gedreht, man sieht fast ausschließlich zwei Frauen im Gespräch, talking heads, unterbrochen von kurzen Szenen in der Straßenbahn und im Krankenhaus. Man kann loben, dass Fehse, der als Kameramann, also als Formalist, begonnen hat, die Form seines Films auf ein absolutes Minimum zurückführt und sich auf Christian Lyras Drehbuch verlässt. Man kann aber auch kritisieren, dass er nicht spürt, wie das Drehbuch diesen Erwartungen nicht gerecht wird. Von vornherein ist klar, dass der Fall das ist, was man in der Psychologie erweiterten Suizid nennt, und mehr weiß man auch nach teils zähen 88 Minuten nicht. Die theatererfahrerenen Schauspielerinnen immerhin retten, was zu retten ist: Wiebke Puls gibt die Ärztin, unter deren kontrollierter Oberfläche ein unerfülltes Leben brodelt, Anne Schäfer die traumatisierte Kindsmörderin. (fis)






