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Polittbüro // Aktuelles Programm
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Tim Fischer: Das war gut! Lieder von Georg Kreisler
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Hamburg

Kabarett
Es ist ja nicht so, dass er nichts mehr zu spielen hätte auf der Bühne. "Als ich ein FDJler war" und "Die Abgründe des Nils" sind Programme, die Nils Heinrich noch lange nicht beenden will. Und trotzdem tourt er mit "Weiß Bescheid" schon mit seinem nächsten Programm. Der Entertainer, den man nur ungern singen hört, greift gerne zur Gitarre und trägt selbstgeschriebene Songs z. B. über das befreite Kundus vor. Ohne Schmerzen hingegen kann man seine gesangsfreien Kabarettparts genießen. Oder ist es Comedy? Nee, auch wenn er es selbst so nennt. Für Comedy ist der von den Stuttgartern bestens integrierte Ossi definitiv zu politisch. Nicht umsonst lautet der Untertitel seines neuen Programms "Neues vom Hamsterradkapitalismus".
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Kabarett
"Ist es in Ordnung, die glücklichen Tiere zu schlachten? Oder sollte man nicht doch lieber die Ungklücklichen ...?" Gute Frage. So, gut, dass sie eines Kabarettisten würdig ist. Markus Barth, der zu Beginn eines jeden Auftritts klären muss: Nein, weder verschwägert noch verwandt; Markus Barth, der schon für die "Wochenshow", "Ladykracher" und die "heute-show" schrieb, tritt seit einigen Jahren selbst mit abendfüllenden Programmen auf. Der gebürtige Franke, der den Frankenboom in seiner Berufsbranche durch einen Umzug nach Köln vergeblich zu relativeren versuchte, ist einer der wenigen Macher hinter den Kulissen, die auch witzig sind, wenn sie auf der Bühne stehen.
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Poetry Slam
Ja wie stellt man den Typen jetzt vor? Torsten Sträter schreibt zwar lustige Texte und liest die auch vor, ist also so was wie ein Poetry Slammer. Andererseits schreibt der Mann auch Horrorgeschichten, und eine solche Kombination ist mir bislang noch nicht untergekommen. Drittens - und das toppt jetzt alles - wurde er vor kurzem mit dem Passauer Scharfrichterbeil ausgezeichnet, einem Preis, der sonst nur an Kabarettisten geht. Damit ist das Chaos perfekt, und es bleibt ihnen nur noch eines, um rauszukriegen, was dieser Tosten Sträter eigentlich so macht: Sie müssen in seine Veranstaltung kommen.
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Musikcomedy
Für ihn hat man das Wort Filettantismus erfunden: Der Erfinder der legendären Comicfiguren Didi & Stulle bearbeitet seine Gitarre ohne jeden Respekt, schlägt sich mit seiner Haifischpuppe Sharky rum und singt Lieder wie "Mein Kind ist geiler als dein Kind". FiL macht den Spagat, also politische Comedy; wenn er auf der Bühne steht, ist Dramaturgie für ihn ein Fremdwort, oder sagen wir: kennt er nur seine ureigene Form von Spannungsaufbau. Warum das Publikum ausgerechnet diesen Expunk so sehr in sein Herz geschlossen hat, lässt sich nicht einfach erklären. Dass es Recht damit hat, steht außer Frage.
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Kabarett
"Die Depression" sagte Nico Semsrott mal in einem Interview mit der Zeitschrift uMag über die Grundausrichtung seiner Bühnenfigur, "ist repräsentativ für meine Generation. Das Resignative der Figur ist genau das, was ich spüre, wenn ich mit Gleichaltrigen spreche." Mit dieser Haltung geht der 25-jährige Hamburger jetzt auch in sein erstes abendfüllendes Programm. Semsrott kommt vom Poetry Slam, so wie viele. Nicht viele aber schaffen es, mit einem solchen Depriprogramm derart gut zu unterhalten und dabei auch noch gesellschaftskritisch auf der Höhe der Zeit zu sein.
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Kabarett
Die Vorzüge egoistischer Selbstbedienung in unserer Gesellschaft und die Gegenmodelle sind zentrales Thema in Frank Lüdeckes aktuellem Programm. Lüdecke reißt dabei sowohl die Debatte über die Willensfreiheit des Menschen an als auch die Tatsache, dass es so was wie den Ethikverband der Deutschen Wirtschaft gibt, und hinterfragt, was der denn so macht. Der Kabarettist, der schon Programme für das Düsseldorfer Kom(m)ödchen schrieb und Leiter der Berliner Kabarettgruppe Distel war, hat trotz ständiger Tourneen einen schier unendlichen Output an Ideen. So kommt es, dass Lüdecke Programme viel schneller wechselt als viele Kollegen, ohne dabei unter Substanzverlust zu leiden.
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Kabarett
Man mag es nicht glauben, man mag es auch nicht akzeptieren, aber es ist so: Deutschlands wichtigster und bester Kabarettist hört auf. Ende 2013 ist Schluss. Bis dahin geht Georg Schramm mit seinem aktuellen Programm "Meister Yodas Ende" auf Abschiedstour. Wenn einer sich auf der Bühne maßlos aufregen kann, ohne peinlich zu werden, dann ist das Schramm. Der Kabarettist, der schon mal als größter Humanist seiner Zunft bezeichnet wurde, hat aber auch einen so einfachen wie schrägen Trick auf Lager, um diese Peinlichkeit von sich abzuwenden: Er schlüpft in absolut hanebüchene Rollen wie die eines Sozialdemokraten z. B. oder die des Oberstleutnant Sanftleben, schiebt die ästhetische Verantwortung für seinen wüsten Zorn diesen armen Figuren in die Schuhe und brilliert wie kaum ein Kollege als politischer Kabarettist mit Haltung. Man ist geneigt zu sagen: Nie war Rollenkabarett wichtiger als bei Schramm. Wer nur soll sein Erbe antreten?
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