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Köln // Senftöpfchen

Senftöpfchen
Große Neugasse 2-4
50668 Köln
fon: 0221-258 10 58
website: http://www.senftoepfchen-theater.de

Kabarett mit langer Tradition in der Altstadt. Mindestverzehr ist Pflicht.

Senftöpfchen // Aktuelles Programm

    Florian Schroeder:
    Foto: Frank Eidel

    Kabarett

    Was Soziologe und Systemtheoretiker Niklas Luhmann mal die Reduzierung von Komplexität nannte und jedem von uns abverlangte, das erledigt im Zeitalter des Overkills an Komplexität ein Kabarettist. "Entscheidet euch!" ruft uns Florian Schroeder angesichts seines neuen Programms entgegen und hat gleich Vorschläge zur Hand. Zu Hause bleiben oder ausgehen? Kein Problem: Schroeder dekliniert für uns die Situation durch und trifft die Entscheidung. Oder ist sie schon gefallen? Schließlich sitzen wir gerade bei Schroeder in der Vorstellung! Ach was, zu kompliziert, nächste Frage: Mieten oder kaufen? Auch kein Problem, sagt Schroeder, Hauptsache, wir entscheiden uns, bevor wir uns zu sehr kundig gemacht haben, denn: Zu viele Optionen und zu viel Wissen legen uns nur lahm. Schroeder lehrt uns den Mut zur Wissenslücke und zur Entscheidung aus dem hohlen Bauch heraus. Hingehen? Aber ja doch, nicht lange überlegen!


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Luise Kinseher:
    Foto: Anja Wechsler

    Kabarett

    In ihrem aktuellen Programm nimmt Luise Kinseher die Selbstoptimierung des heutigen Menschen unter die Lupe und verordnet uns eine entspannte Haltung: "Ruhe bewahren. Aussitzen. Abtropfen lassen." Okay, letzteres gilt nur, wenn man vergessen hat, Klopapier zu kaufen. Aber man kann es ja auch bildlich verstehen, oder, Frau Kinseher? Doch dann passiert’s: Kinsehers Bühnenfiguren selbst wollen nicht mehr optimiert über die Bühne huschen, sondern machen Mätzchen! Ob nun eine mit Hilfe von Arbeitsmeditation für "absoluten Stillstand" sorgt oder eine andere überhaupt erst auf ihre Erfindung wartet: Kinseher reagiert auf alles mit einem südländischen "Ruhe bewahren!". Oder versucht’s zumindest.


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Severin Groebner
    Foto: Mathias Kling

    Kabarett

    Ottfried Fischer nannte ihn mal eine Weltuntergangsstimmungskanone. Einem Wiener Kabarettisten das zu unterstellen, ist natürlich ein Ritterschlag. Doch Severin Groebner hat sich diese Auszeichnung auch redlich verdient. Wie er uns etwa von der Niederschlagung des Aufstands der Bevölkerung in Oberitalien 1948 durchs Österreichische Heer erzählt und vom Radetzkymarsch, den Richard Strauss dem siegereichen 82-jährigen Feldmarschall Johann Joseph Wenzel Graf Radetzky anschließend widmete und den wir immer noch so gerne hören; wie er die Analogie zu heute herstellt und den Herrschenden empfiehlt, sich doch mal was von Österreichs musikalischer Abfederung von Militäreinsätzen abzuschauen: das lässt einen schaudern. Aktuell ist Groebner unterwegs mit den Programmen "Vom kleinen Mann der wissen wollte wer ihm auf den Kopf g’schissen hat", und "Servus Piefke!".


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Der Tod:
    Foto: www.endlich-tod.de

    Death Comedy

    Das hat ja wohl noch gefehlt: der Tod als Comedy! Doch wie man es auch dreht und wendet, diese Geschichte ist wirklich gut. Da steigt der kleine Tod bei der Tod GmbH aus, weil es ihm dort zu unmenschlich zugeht, und zieht in eine WG, von wo aus er sein Gewerbe gründlich umkrempelt und ab sofort mit Konfetti, Blockflöte und Sense-to-go auftritt. Der Sensenmann kommt also nicht in die Show, um seine Gäste mitzunehmen, nein: Er will seine Biografie loswerden, will uns erzählen, wie er wurde, was er ist. Nur zum Ende hin wird es dann doch noch brisant, denn dann spielt doch er noch mit uns das Spiel der Spiele: "Stadt, Land, Schluss".


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Nils Heinrich:
    Foto: Hendrick Schneller

    Kabarett

    Der Mann kann aber auch keine Ruhe geben. Nach "Ach komm!" bringt er mit "Mach doch ’n Foto davon" seine zweite Premiere innerhalb eines halben Jahres auf die Bühne. Wo soll das noch enden? Außerdem droht Nils Heinrich schon wieder, ausufernd zu singen! Wir sind erschüttert. Inhaltlich geht der Kabarettist, der noch in der DDR sozialisiert wurde, auf ein von ihm so genanntes "Zwischendeutschland" ein. Er diagnostiziert für uns eine Nation, die zwischen allen Stühlen sitzt. Worauf das hinausläuft? Wissen wir noch nicht, haben das Programm ja noch nicht gesehen. Nur irgendwas mit Gesundheitsgläubigkeit, Medienwahn und Verschwörungstheorien im satten Bürgertum soll es sein, wie der Meister selbst verlauten lässt.


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Lisa Fitz:
    Foto: Lena Busch

    Kabarett

    Von Mut handelte ihr letztes Programm, jetzt thematisiert Lisa Fitz das Thema "Gewonnen wird im Kopf". Doch zu glauben, die Kabarettistin sei eine Art Motivationstrainerin, irrt. Lisa Fitz schlüpft in unterschiedliche weibliche Rollen, um diese in ihren Berufen und allgemein in ihren Stärken darzustellen, nicht um dieser Stärken selbst willen, sondern um wegen der kritischen Haltung dieser Figuren. Wobei diese Haltung dann schon wieder doppelbödig ist, denn Lisa Fitz präsentiert sie gerne überzogen und gibt die Figuren damit den Lachern des Publikums preis. Lisa Fitz ist die erste deutsche Kabarettistin, die ihre Programme und Songs selbst schreibt.


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Sascha Korf:

    Comedy

    Sascha Korf hat ja was zu erzählen. Nicht nur, dass er den Bühnenauftritt als Workout versteht, um sich fit zu halten. Er erzählt ja auch Geschichten über kohlehydratarmes Brot, das nach Strümpfen schmeckt. Oder über seinen Aggressionsschub auf einer Ayurvedafarm. Nur: Man kann sich Sascha Korf nicht vorstellen, wie er einen Aggressionsschub kriegt. Weil: Er ist einfach zu lieb. So lieb, dass man ihn am liebsten drücken möchte. Seinem "energetischen Spontankabarett mit Lachgarantie" fehlt so noch etwas die nötige Durchschlagskraft. Da hilft nur regelmäßiges Workout ...


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Marius Jung:
    Foto: Jenny Egerer

    Kabarett

    Zwischen unbekümmertem Rassismus und Sprachpolizei steht Marius Jung und versteht die Welt nicht mehr. Zumindest tut er so. In Wirklichkeit ist der Sohn einer Deutschen und eines amerikanischen GI mit allen Wassern der Satire gewaschen. Als vor einem Jahr sein Buch "Singen können sie alle! Ein Handbuch für Negerfreunde" veröffentlicht wurde, hatte prompt das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Student_innenRats der Universität Leipzig kognitive Schwierigkeiten und zeichnete das Buch mit dem Negativpreis "Der Preis ist heißßßß* - oder auch nicht!" aus. Dem Buch wurde unter anderem Rassismus vorgeworfen. Später kam raus, dass die Leipziger zu diesem Zeitpunkt nicht mal wussten, dass die auf dem Buch abgebildete Person Marius Jung selbst war. Inzwischen hat der Kölner Satiriker nachgelegt und mit "Moral für Dumme" ein Buch über "Das Elend der politischen Korrektheit" veröffentlicht.


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Nessi Tausendschön:

    Musikalisches Kabarett

    Wer Nessi Tausendschön in der "Anstalt"-Sendung im ZDF gesehen hat, wie sie als Göttin am Jüngsten Gericht Horst Seehofer und Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik auseinandernahm, weiß wie scharf die Kabarettistin sein kann. Um den Eingang ins Paradies geht es auch in ihrem neuen abendfüllenden Programm. Vor dem Hintergrund des Jüngsten Gerichts werden wir alle für unser Verhalten zur Rechenschaft gezogen und müssen der Göttin erklären, warum wir so oft versagt haben, wo moralische Haltung in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen bitter nötig gewesen wäre. Göttin lässt sich in "Knietief im Paradies" von William Mackenzie an der Gitarre begleiten.


    Uhr // Senftöpfchen // Köln

    Fatih Çevikkollu:
    Foto: www.fatihland.de

    Comedy

    Seit zehn Jahren ist Fatih Çevikkollu im Geschäft und macht eine Mischung aus Comedy und Kabarett, die mal mehr von der einen, mal mehr von der anderen Komponente enthält. Jetzt aber will er thematisch deutlich ernster werden, als ein Comedian gewöhnlich ist. Schon der Titel "Emfatih" - leider schon wieder ein lausiges Wortspiel á la Dieter Nuhr - zeigt die Richtung an: Fatih Çevikkollu geht mit Empathie an die Sache ran. Mit Empathie für die im Meer treibenden Bootsflüchtlinge, mit Empathie für alle Menschen, denen die Menschenrechte in der Praxis aberkannt werden. Damit verspricht Çevikkollu auch, politischer zu werden. Ob er es tatsächlich wird? Das müssen Sie entscheiden.


    Uhr // Senftöpfchen // Köln


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