Krefeld // Programm der Region
Kabarett
Wenn man schon zwei Mal Geburtstag hatte und sie gar nicht, muss man seine Frau schon mal fragen, ob sie etwa ihren Geburtstag vergessen hat. Meinen Sie nicht? Stefan Waghubinger schon. Doch keine Sorge, der seit 20 Jahren in Deutschland lebende Österreicher macht keine kecken Späße über seine Beziehung, er ... jammert. Jammert auf bestem Niveau. Und er bringt sich ein, versucht, Gefühle zu haben, "die ich weder habe noch verstehe". Dann liest er Statistiken in Frauenzeitschriften, dieser Masochist, und dekliniert die Vögelquote deutscher Männer rauf und runter und fragt sich: "Wer vögelt da für mich mit?"
20:00 Uhr // Werkhaus // Krefeld
David Lemaitre
Folktronika
Verhallt und gedoppelt schwebt eine Stimme im Raum, dazu ertönen Akzente gezupfter Gitarren. Die Stimme gehört: David Lemaitre, geboren in Bolivien, ansässig in Berlin. Lemaitre macht Musik für die Seele, fragil und zuweilen von einer Brüchigkeit, die man sonst vom schwedischen Singer/Songwriter José Gonzalez kennt. Und dann, ganz unerwartet, erhebt sich die Stimme zu Geige und Elektronik und durchdringt Raum, Mark und Bein.
20:00 Uhr // Steinbruch // Duisburg
Comedy
Was würde wohl passieren, musizierte Piet Klocke mal mit Helge Schneider? Wer den hageren Rotschopf nur aus diversen TV-Blödelsendungen kennt, wo er mal wieder mit Verhasplern, unendlich verqueren Gedankengängen und nicht zu Ende gesprochenen Sätzen den vorlauten Dummen die Zeit stiehlt, weiß gar nicht, welches Genie dieser Klocke ist. Dabei muss man nur mal bei YouTube nach The Tanzdiele suchen und schauen, wie Klocke früher an Gitarre und Tasteninstrument zu Hardcorefunk abging. Mal solo, mal mit der Saxofonistin und langjährigen Bühnenpartnerin Simone Sonnenschein ist er auf Tour um unsere Stimmung aufzuhellen: "Pimp yourself!", ruft er uns entgegen, und wir wissen sofort: "Das Leben ist schön" - mit Piet Klocke.
19:30 Uhr // Grammatikoff // Duisburg
Comedy
Sebastian Pufpaff gelingt die Quadratur des Kreises: Er macht Politcomedy. Und weil er das gut kann, hat ihn das Publikum vor zwei Jahren beim Prix Pantheon in Bonn mit dem Publikumspreis "Beklatscht und ausgebuht" ausgezeichnet. Pufpaff, der mit seinem ersten Soloprogramm "Warum!" unterwegs ist, kann in seiner Karriere eine Magisterarbeit mit dem Titel "Der moderne Politiker - Inszenierung in der Politik" genauso vorweisen wie gleichzeitige Tätigkeiten als Produktmoderator im RTL-Shop und als Mitarbeiter der RTL-Nachrichtenredaktion. Kein Wunder also, dass ihm die eingangs erwähnte Quadratur des Kreises so mühelos gelingt.
20:00 Uhr // Kleinkunstbühne Meiderich // Duisburg
Kabarett
Mensch, Malmsheimer: Einen solchen Titel auszuwählen fürs neue Programm! Wenn wir uns jetzt so echauffieren würden wie Sie es immer auf der Bühne und zu nichtigsten Anlässen tun: da würde ihnen aber gewaltiger Gegenwind den Bart zerzausen! Aber nein, wir sagen ja nix, wir ertragen alles, nach "Flieg, Fisch, lies und gesunde" und nach "Ich bin kein Tag für eine Nacht oder: Ein Abend in Holz" jetzt eben auch "Ermpftschnuggn trødå!" Denn mit uns kann man es ja machen. Zumindest, solange Ihr Programm von bewährt durchgeknallt-bissiger Qualität ist.
20:00 Uhr // Kulturfabrik // Krefeld
Kabarett
Was soll man davon halten, wenn einer seit mehr als zehn Jahren den Titel seiner Programme nicht ändert, sondern einfach nur durchnummeriert? Zumindest auf CD, da ist inzwischen "Liebe 4" erschienen. Hagen Rether, der den Dalai Lama schon mal den Peter Lustig für enttäuschte Christen nennt und überhaupt gerne über Glaubensbrüder herzieht, ist ein ganz ruhiger Aufklärer. Nie hebt er die Stimme, ein - meist über dreistündiger! - Abend mit ihm gleicht eher einer ruhigen Plauderstunde denn einem Kabarettabend. Nur eines muss man doch anmerken: Seine Art, frontal zu kritisieren, ist klassisches Kabarett, also nicht mehr unbedingt zeitgemäß, dafür aber auf höchstem Niveau.
20:00 Uhr // Rheinhausen-Halle // Duisburg
Kabarett
Wer gedacht hat, Kabarett sei tot, hat geirrt. Es gibt sie, die jungen Kabarettisten. Sie sind nicht nur erfolgreich, sondern haben darüber hinaus auch Themen. Letzteres liegt nicht an ihnen, gut, die Themen liegen schließlich auf der Straße. Das trifft auch auf Claus von Wagners Idee zu, sich jetzt mal unserer gehobenen Gesellschaft zuzuwenden, die uns das ganze Wirtschaftsschlamassel eingebrockt hat. Er selbst nennt die Geschichte, die er uns zu erzählen hat und die wir noch nicht kennen, "ein bisschen so wie die Sopranos". Nur dass sie nicht im organisierten Verbrechen handelt. Oder?
20:00 Uhr // Podio // Krefeld
Kabarett
Der "Scharfrichter unter den deutschen Kabarettisten" (Laudatio Prix Pantheon 2007) vollstreckt jetzt im Rahmen seines neuen Programms und macht mal wieder vor niemandem Halt. Nicht vor den Großen der Wirtschaft und der Politik, ebenso wenig vor den Kleinen, vor allem nicht vor den Kleingeistigen. Seine Pointen treffen punktgenau und sind, bei aller Bosheit, fast immer auch komisch. Ähnlich wie beim ganz Großen der Zunft, Georg Schramm, ist ganau dies die große Leistung Schmicklers, denn in Wirklichkeit meint er jedes Wort verdammt ernst.
20:00 Uhr // Mayersche Buchhandlung // Duisburg
Charles Bradley & His Extraordinaires
Retrosoul
Nach einer Jugend in Armut und langen Jahren als Gelegenheitsarbeiter, Küchenchef oder James-Brown-Imitator legte Charles Bradley 2011 sein Debütalbum vor - mit 63! Nun hat der Sänger aus Brooklyn seine zweite Platte fertig. Und was für eine: Bradleys energischer, voller Inbrunst gesungener Soul beeindruckt mit Leidenschaft und Tiefe - und zwar alle, von den einschlägigen Musikmagazinen bis zum Feuilleton.
20:00 Uhr // Landschaftspark Nord (Traumzeit Festival) // Duisburg
Emilie Autumn
Düsterpopmusical
Was sich auf der aktuellen Tour der Kalifornierin Emilie Autumn abspielt, sprengt leicht den üblichen Rahmen eines Konzerts. Ihr Konzeptalbum "Fight like a Girl" setzt die Violinistin mit der elfenbeinfarbenen Haut und den knallroten Haaren als düsteres Musical um. Einflüsse aus Elektronika, Metal und Gothic prägen Autumns persönlichen Blick ins viktorianische Zeitalter, welcher samt Kostümen und Performance dramatischer und fesselnder kaum sein könnte.
20:00 Uhr // Pulp // Duisburg
Comedy
Vom Studenten der Germanistik zum Gewinner des Deutschen Comedy Preises in der Kategorie "Bester Newcomer 2012": Viel besser hätte es für David Werker nicht laufen können. Doch nun warten die echten Herausforderungen im Leben. In seinem zweiten Soloprogramm stellt sich der Comedian eine der ganz wichtigen Fragen im Leben: Was macht ein Student, wenn er sein Studium in der Tasche hat? Liegen bleiben oder aufstehen? Eine Familie gründen oder die Welt retten? Welche Herausforderungen mit diesem neuen Lebensabschnitt einhergehen und welche Pläne David Werker für seine Zukunft geschmiedet hat, erfahren Sie in seinem neuen Live-Programm "Es kommt anders, wenn man denkt".
20:00 Uhr // Steinhof Huckingen // Duisburg
Kabarett
Man mag es nicht glauben, man mag es auch nicht akzeptieren, aber es ist so: Deutschlands wichtigster und bester Kabarettist hört auf. Ende 2013 ist Schluss. Bis dahin geht Georg Schramm mit seinem aktuellen Programm "Meister Yodas Ende" auf Abschiedstour. Wenn einer sich auf der Bühne maßlos aufregen kann, ohne peinlich zu werden, dann ist das Schramm. Der Kabarettist, der schon mal als größter Humanist seiner Zunft bezeichnet wurde, hat aber auch einen so einfachen wie schrägen Trick auf Lager, um diese Peinlichkeit von sich abzuwenden: Er schlüpft in absolut hanebüchene Rollen wie die eines Sozialdemokraten z. B. oder die des Oberstleutnant Sanftleben, schiebt die ästhetische Verantwortung für seinen wüsten Zorn diesen armen Figuren in die Schuhe und brilliert wie kaum ein Kollege als politischer Kabarettist mit Haltung. Man ist geneigt zu sagen: Nie war Rollenkabarett wichtiger als bei Schramm. Wer nur soll sein Erbe antreten?
20:00 Uhr // Kulturfabrik // Krefeld













