Kunsthaus Tacheles Berlin // News
Proteste für den Erhalt des Berliner Kunsthauses Tacheles
Mehrere Künstler haben angekündigt, morgen Nachmittag ab 17:30 Uhr einige ihrer Kunstwerke vor dem Berliner Kunsthaus Tacheles zu verbrennen. Anlass ist die geplannte Schließung des Gebäudekomplexes an der Oranienburger Straße. Vorbild für diese Aktion ist das Museum für zeitgenössische Kunst in Casoria bei Neapel, das vor ein paar Wochen mit der gleichen Aktion gegen die Sparmaßnahmen im eigenen Land protestierte.
Zu den Künstlern, die sich an der Aktion in Berlin beteiligen wollen, zählen Barbara Fragogna, Petrov Ahner, Chiara Mazzocchi, Miriam Wuttke, Alexander Rodin, Chris Rautenberg, Martin Reiter, Josè Urhè und Robert Förster. Reiter, der auch Sprecher des Kunsthaus Tacheles ist, sagte: "Unsere Bilder brennen, weil die Stadt Berlin das Gelände am Tacheles selbst entwickeln muss. Die privaten Investoren haben nicht nur versagt, sie richten auch weiterhin großen Schaden an. Berlin darf seine Chance, das Areal am Tacheles günstig zu erwerben und ein profitables Projekt zur Finanzierung der Stadt zu entwickeln, nicht am Scheiterhaufen der Immobilienspekulation verbrennen."
Der Streit um die Nutzung des baufälligen Hauses, in dem sich das Tacheles befindet, geht damit in die nächste Runde. Bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um ein ehemaliges Kaufhausgebäude, das zu großen Teilen bereits 1980 abgerissen wurde. Kurz bevor der übrig gebliebene Teil gesprengt wurde, besetzte die Künstlerinitiative Tacheles das Gebäude und forderte, es unter Denkmalschutz zu stellen. Das Gebäude verwandelte sich in ein Kunst-, Aktions-, Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum mit mehreren Kunstateliers.
Nach Auslaufen des alten Mietvertrags konnte die Initiative allerdings die geforderte Nutzungsentschädigung nicht bezahlen und musste Insolvenz anmelden. Der Gebäudekomplex wird seitdem von der HSH Nordbank zwangsverwaltet. Anwälte der Bank ließen das Gebäude im März gewaltsam räumen, die Künstler kehrten jedoch kurz danach wieder zurück, nachdem das Landgericht die Räumung als rechtswidrig erklärt hatte. Reiter fordert die Stadt seit dem auf, das Gebäude von der Bank zurückzukaufen. Das rund 25 000 Quadratmeter große Areal hat einen Wert von rund 35,1 Millionen Euro. (jcw)






