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Jonathan Meese // News

26.07.2012

Jonathan Meese für Bayreuther Festspiele verpflichtet

Er hat nur minimale Theatererfahrung, dafür spielt er regelmäßig mit faschistoider Symbolik: Jonathan Meese, einer der erfolgreichsten Bildenden Künstler Deutschlands, soll im Jahr 2016 "Parsifal" bei den Bayreuther Festspielen inszenieren. Das gab Festspielleiterin Katharina Wagner gestern auf einer Pressekonferenz bekannt - und lenkte mit dieser Personalie erfolgreich davon ab, dass Bariton Evgeny Nikitin, der eigentlich aktuell die Titelpartie im "Fliegenden Holländer" singen sollte, wegen eines Hakenkreuz-Tattoos sowie anderen geschmacksunsicheren Körperschmucks seit Wochen den Blätterwald rauschen lässt.

Nun also Meese. Der hat schon einige Bühnenbilder entworfen und einmal auch Regie geführt, bei dem freundlich als "speziell" zu bezeichnenden Stück "De Frau" an der Berliner Volksbühne. Erfahrung im Musiktheater hingegen hat Meese keine - zumindest auf dem Papier nicht. In seinen Kunstinstallationen aber schwingt durchaus Verständnis für Wagnersche Symbolik, opernhaftes Pathos und den performativen Charakter von Musik mit.

Und nicht zu vergessen: Die letzte wirklich bedeutende Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen war ebenfalls ein "Parzufal", und sie kam ebenfalls von einem Fremdkörper im Festspielsystem: 2004 inszenierte Aktionskünstler Christoph Schlingensief das Stück in Bayreuth und feierte damit einen großen Erfolg. (fis)



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