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Leos Carax // News

Leos Carax, Kylie Minogue, Holy Motors, Die Liebenden von Pont-Neuf
Foto: Arsenal Film
01.09.2012

Leos Carax' neuer Film "Holy Motors" startet

"Ist das der übergeschnappteste Film aller Zeiten?", fragte der Daily Telegraph, nachdem Leos Carax’ halluzinogener Filmwahnsinn "Holy Motors" in Cannes lief. Carax selber interessiert es einen Scheiß, was die Öffentlichkeit denkt. "Ich kenne die Öffentlichkeit nicht", sagte er, "alles, was ich kenne, sind eine Menge Leute, die sehr bald sterben werden." Soso. Carax ist schon seit der Radikalkinokur "Die Liebenden von Pont-Neuf" (1991) nie der übermäßigen Rücksicht auf potentielle Zuschauer verdächtigt worden. Analog dazu kümmert sich sein neues Werk einen Scheiß um Logik, Handlung, Sinn und Nebensächliches wie das Raum-Zeit-Kontinuum.

Der glatzköpfige Monsieur Oscar fährt durch Paris, übernimmt - warum auch immer - verschiedene Rollen an verschiedenen Orten: einen Motion-Capture-Artisten, der ein animiertes, vögelndes Fabelwesen darstellt, einen irren Freak namens Monsieur Merde, der ein Model in die Kanalisation entführt und sich nackt auf ihren Schoß kauert. Einen Vater. Eine Bettlerin. Einen Killer (M. Oscar), der einen Anderen (auch M. Oscar) ersticht und die Leiche dann genau wie sich selber herrichtet und frisiert. Kurz vor Ende singt ihm Kylie Monigue in einem leerstehenden Kaufhaus ein Herzschmerzlied, ganz am Ende unterhalten sich Stretchlimos.

Das ist Zirkus für Freaks, Jahrmarkt für Parallelweltfans, ein Film, der alles oder nichts bedeuten kann. Vision und Verarsche in einem. Aber mehr bewusstseinserweiternder Drogentrip war das Kino lange nicht. Vielleicht noch nie. vs

"Holy Motors"läuft in den deutchen Kinos. (vs)




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