Platten // Review

Artpop
Erscheintermin 25.5.2012
Plattenfirma Capitol
Medium CD
Preisvergleich
amazon.de ab EUR 6,98
Unter den Fans von Sigur Rós toben schon seit längerem Flügelkämpfe. Vor allem Anhänger der ersten Stunde waren entsetzt, als sie auf dem letzten Album nur bedingt melancholische SloMo-Epen bekamen. Ungewöhnlich fröhlich näherten sich die Isländer dem Pop, was Sänger Jonsi kurz darauf mit seiner ersten Soloplatte dann sogar noch intensivierte. Doch nach fast fünf Jahren Bandpause macht das Quartett mit dem sechsten Studioalbum nun eine radikale Kehrtwende: So atmosphärisch, so weitläufig und fernab von Formatzwängen klangen Sigur Rós noch nie. Viele der verarbeiteten Songideen lagen bereits jahrelang als nicht umsetzbar in der Schublade, und erst der Wechsel von Proberaumsessions zu Studiofrickelei brachte jetzt die Lösung. Doch so sehr man auch mit dem Wunsch der Altfans nach SloMo-Epen sympathisiert: An Klassiker wie "çgaetis byrjun" und "( )" reichen die acht Kompositionen nicht heran, gerade weil sie zu sehr ausfransen und die Stimme Jonsis mitunter zu weit in den Hintergrund rückt. Große Momente gibt es natürlich trotzdem, allen voran das ungewöhnlich aufbrausende, majestätische "Varúd" und der von einem Chor zusammengehaltene Tränendrüsendrücker "Daudalogn". Und egal, wie sehr die Popfraktion auch einen Flunsch ziehen mag: Wegen dieser beiden Songs kommen auch sie an "Valtari" nicht vorbei. (cs)






