Platten // Review

Postpunk
Erscheintermin 1.6.2012
Plattenfirma Cargo
Medium CD
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"Egal wie alt du bist: Bleib jung", rät John Lydon. Ausgerechnet der. Schon mit dem Eröffnungsstück, das zu bedrohlichem Midtempobeat minutenlang keine andere (eitle) Botschaft hat als den Albumtitel, geht er mit gutem Beispiel voran: Der 56-Jährige singt und tut, als sei er noch immer der Rotzlöffel von der Straße, dessen spraystarre Strähnen auch als Stichwaffen taugen. Gemeinsam mit Lu Edmonds (g), Scott Firth (b) und Bruce Smith (dr) gelingt es dem einstigen Sex-Pistols-Frontmann, den typisch düsteren 80er-Jahre-Mix aus Elektronik, Wave und Ska ins 21. Jahrhundert zu überführen - zumindest streckenweise. Gerade Backbeat-orientierte Stücke wie "One Drop" verströmen eine dunkle Anziehungskraft, die sie für nächtliche Fieberfahrten durch urbane Randgebiete prädestinieren - auf der Suche nach Mülltonnen mit brennbarem Inhalt. Das Erstaunliche an der ersten Hälfte dieser Platte ist, dass der weiterhin mit Vibrato jaulende Lydon auf ganz unpeinliche Weise den jugendlichen Outlaw mimt; das Bedauerliche, dass Pil rasch die Luft ausgeht und sie mit musikalisch unentschlossen auf der Stelle tappenden Gniedelsongs wie "Human" oder "I must be dreaming" die Gesamtnote senken. Für ein Comeback nach knapp 20 Jahren dennoch passabel. (mw)
Platten // Reviews
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