// Künstlerportal: Conor Oberst

Platten // Review

Conor Oberst
Bewertung
Indiefolk
Erscheintermin 27.5.2012
Plattenfirma Indigo
Medium CD

Preisvergleich
amazon.de ab EUR 12,56
One of my Kind


Es ging um Unabhängigkeit und ums Ego: Lange Zeit ließ Conor Oberst sein Bandprojekt Bright Eyes ruhen, um Soloplatten mit der eigens gegründeten Mystic Valley Band aufzunehmen. Oberst wollte sich auch ohne Superproduzent Mike Mogis als einer der besten Songwriter beweisen. Das funktionierte zunächst auch recht gut, doch als beim zweiten Album der Bandgedanke immer mehr in den Mittelpunkt rückte und seine Mitstreiter mitunter auch Songwriterpflichten und Gesangsmikro übernahmen, schafften sie kaum mehr als ein durchschnittliches, ziemlich altbackenes Americana-Album. "One of my Kind" versammelt nun bisher unveröffentlichte Stücke aus den Aufnahmesessions der beiden Vorgänger - und ist in der Tat auch nicht mehr als eine Resterampe. Wobei die Schuld keinesfalls allein bei den Kollegen liegt; für den dumpf rockenden Titelsong oder den bluesigen Langweiler "Corina, Corina" ist Oberst selbst verantwortlich. Da entschädigt auch nicht die beigelegte 60-minütige Banddoku von Phil Schaffart, die mit eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen aus Mexiko und Texas sowie mit ausführlichen Interviews aufwartet. Oberst sollte davon absehen, jede nur halb durchdachte Songskizze auf den Markt zu bringen. Oder einsehen, dass ihm Überplatten wie das vor anderthalb Jahren veröffentlichte Bright-Eyes-Comeback "The People’s Key" eben doch nur an der Seite von Mike Mogis gelingen. (cs)




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