Platten // Review

Folk
Erscheintermin 22.6.2012
Plattenfirma Cargo
Medium CD
Preisvergleich
amazon.de ab EUR 13,31
Nicht immer bürgt die schiere Qualität einer Songvorlage auch für ein gutes Ergebnis. Scott Kelly bremst die Moritat "Tecumseh Valley" radikal herunter, und man sollte meinen, sich so vor der Tragik dieses Songs über ein gefallenes Mädchen erst recht nicht mehr retten zu können, doch es kommt ganz anders: Die Geschichte verflüchtigt sich in der Schwerfälligkeit von Kellys Geschrammel, und sein übergeigter Nichtgesang will besonders intensiv sein, lässt aber das Wichtigste vermissen: Empathie. Kelly und sein Neurosis-Kumpel Steve von Till sowie Scott "Wino" Weinrich widmen sich auf diesem Album abwechselnd dem so überzeitlichen wie wenig bekannten Werk der texanischen Folk- und Blueslegende Townes Van Zandt. Stets tun sie es karg instrumentiert, stets mit vermeintlich authentischem Krächzen und allzu ausgestellter Eindringlichkeit. Doch trotz der gedämpften Glut ihres erstaunlich ähnlichen vokalen Vortrags lassen uns viele dieser neun fantastischen Songs seltsam kalt. Könnte nicht vielleicht Mark Lanegan mal ein Zandt-Coveralbum einspielen? (mw)






