Platten // Review

Artrock
Erscheintermin 6.7.2012
Plattenfirma Domino
Medium CD
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Skandalöser könnte das siebte Album der Dirty Projectors nicht sein: Man hätte von der Band um den New Yorker David Longstreth exzessive Stimmakrobatik, atonale Experimente oder eine Hardcoreoper erwartet - aber keine persönliche Indiesoul-CD. Immerhin haut er mit "Impregnable Question" und vor allem dem Titelstück zwei unglaublich eingängige Folksongs raus, bei denen man vergeblich auf Widerhaken wartet, und die Single "Gun has no Trigger" ist zwar höchst verkopft und mit pathetischem Chorgesang durchsetzt, doch das schadet ihrem Ohrwurmcharakter nicht. Angst vor Unterforderung müssen aber selbst Altfans nicht haben, weil Longstreth es sich nicht nehmen lässt, bei den restlichen Songs die Instrumente komplett auszutauschen und mit immer neuen Genreversatzstücken zu jonglieren: Bei "Offspring are blank" rehabilitiert er uncoole 70er-Rockgitarren, "Just from Chevron" ist mit Gospelklatschen unterlegt, bei "Irresponsible Tune" hat er den Blues, und "Unto Caesar" ist dandyesker, als Bowie je war. Für Longstreth mag das Album konventionell sein. Für den Rest der Welt ist es ein Anwärter auf die beste Platte 2012. (cs)
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