Platten // Review

Americana
Erscheintermin 22.6.2012
Plattenfirma Universal
Medium CD
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Der Mann aus Mississippi, der gemeinsam mit Brian Wilson das gloriose "Smile"-Album schrieb, war in den 60ern/70ern der Gershwin seiner Generation, so scheuklappenlos schmiss er alles rein in seinen Bottich der Stile: Variéte, Country, Folk, Jazz, Orchestermusik, Pop, Hörspiele, Geräusche, Psychedelia, Verandaschunkeleien. Wenn man nun die ersten drei (zwischen 1968 und 1975 entstandenen) Alben von Van Dyke Parks remastert wiederhört, so fällt auf, dass unser Wunderkind manchmal kaum gehen konnte vor Kraft. Überehrgeiz ist ebenso oft vertreten wie Genialisches, Kunstkacke kaum seltener als pure Magie. "Song Cycle" tendiert zu ersterem, während "Discover America" mit seinem wild wuchernden Genrestrauß, seiner zwischen amerikanischen Mythen, Steelbandsounds und Hommagen an "Bing Crosby", "Jack Palance", "John Jones" und Franklin D. Roosevelt ("FDR in Trinidad") noch heute standhält - weil Parks seine fantastischen Fähigkeiten nicht zerfasern, sondern freiwillig vom großen Rahmen des Pop einhegen ließ. Das 1975er-Album "Clang of the Yankee Reaper" klingt im Vergleich dazu konventionell; es seht mehr unter der Fuchtel des Zeitgeistes, statt ihn - wie auf den früheren Alben - souverän zu transzendieren. Dafür ist es am konsumierbarsten, stellt keine so hohen intellektuellen Hürden auf. Alles in allem der vielversprechende Start einer Remasterserie, die das robust dem Zahn der Zeit widerstehende Werk eines der größten US-Popkünstler überhaupt zur Wiederentdeckung freigibt. (mw)






