// Künstlerportal: Günter Schickert

Platten // Review

Günter Schickert
Bewertung
Berliner Schule
Erscheintermin 25.5.2012
Plattenfirma Bureau B
Medium CD

Preisvergleich
alphamusic.de EUR 4.78
Überfällig


Unter den Krautelektronikern der 70er war der Berliner Günter Schickert ein Unikat. Der Exassistent von Klaus Schulze verzichtete auf Synthesizer und kombinierte stattdessen seine E-Gitarre mit Naturgeräuschen, Stimmen und Effektgeräten. Diese (im ästhetischen Sinn) minimalistische Stilvariante machte den Studiotüftler zum Außenseiter der Szene, auch kommerziell. Sein zweites Album "Überfällig" von 1979 ist mal auf Steve-Reich-hafte Weise hypnotisch (wie im viertelstündigen "Puls") und dann wieder auf spröde Art eckig und zerrissen ("Apricot Brandy"); "Wanderer" hingegen schafft einen Entfaltungsraum von beträchtlicher Spannung und Tiefe für Schickerts bruchstückhafte Licks. Die rezitierten Passagen auf diesem Album wirken in ihrer Echodopplung antiquiert, doch die urtümliche Kraft der konsequent auf Wiederholungen setzenden perkussiven Trips hält auch nach 33 Jahren noch immer halbwegs stand - vor allem, weil ihnen nichts Esoterisches, Sinnsuchendes oder naiv Kosmisches anhaftet. Wer nach Melodien sucht, muss allerdings woanders suchen, bei Schickerts Generationsgenossen von Tangerine Dream zum Beispiel. (mw)





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