Platten // Review

INDIEPOP
Erscheintermin 14.9.2012
Plattenfirma Four Music
Medium CD
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Hier kommt das Debüt des Jahres - doch es klingt ganz anders, als viele es erwartet haben. Bereits 2010 begeisterten Sizarr auf jedem relevanten Festival und wurden sogar von Danger Mouse persönlich eingeladen, das Vorprogramm bei den Deutschlandkonzerten seiner Band Broken Bells zu bestreiten. Doch damals gingen die drei Jungs aus Landau noch zur Schule, und die Arbeit an einem Album wurde wegen des Abiturs zurückgestellt. Mittlerweile hat sich der Sound der Pfälzer verändert: Statt mit einer ganz eigenen Mischung aus Indie und Elektro vor allem die Tanzflächen zu bedienen, lassen sie jetzt melancholischen Zwischentönen deutlich mehr Raum. Und trotzdem zeichnet "Psycho Boy Happy" noch immer aus, womit sie damals die Festivals im Sturm erobert haben: Sizarr sind mit keinem Genre zu fassen. Gut möglich, dass sie in der Provinz nichts Besseres tun konnten, als sich einen guten Musikgeschmack zu erarbeiten; sie werden wohl die experimentellen Elektrosachen des Warp-Labels und abseitigen R’n’B gehört haben. Vielleicht haben sie in der elterlichen Plattensammlung nach Waveklassikern gesucht, und ganz sicher zählen die New Yorker Innovationspinsel Animal Collective zu ihren Helden. Doch so verwinkelt Sizarr ihre Songs auch bauen, am Ende zählen "Boarding Time" und "Cat Mountaineer" zu den besten Popsongs, die seit langer Zeit in diesem Land veröffentlicht wurden. Und in eine durchweinte Liebeskummernacht sollte man auf keinen Fall ohne ihren "Icy Martini" gehen. (cs)






