Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 01/2004
Verlag Droemer
Seitenzahl 494 S.
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Ironisch soll er sein, der neue hippe Schriftsteller aus den Staaten. Ironie aber prägt Dave Eggers’ neuen - seinen zweiten - Roman nicht. Lakonie schon eher. Und die Lakonie, mit der Eggers seinen Protagonisten Will vom Tod dessen Jugendfreundes Jack erzählen lässt, hält das ganze Buch in der Schwebe. Will hat eine Trauer erfasst, die sonst nicht zu ertragen wäre. Immer wieder taucht er ein in innere Monologe, arbeitet sich ab im fiktiven Gespräch mit dem toten Jack. Das sind die ruhigen Momente des Buches. Jack war von einem von hinten heranbrausenden Laster platt gemacht worden, weil er so verdammt langsam Auto fuhr. Das kann Will nicht passieren. Er geht mit seinem zweiten Jugendfreund Hand auf Weltreise. "In einer Woche um die Welt" lautet ihr Motto, und Will möchte sein Geld los werden. Es buchstäblich den Armen in die Hand drücken. 80 000 Dollar hatte er dafür bekommen, dass er einmal eine Glühbirne wechselte und nun als Schattenriss-Logo auf jeder Packung einer Glühlampenfabrik prangt. Damit kam er nicht klar. Jetzt stoppen ihn nur noch Visa-Bestimmungen, stornierte Flüge, Zeitverschiebungen und vor Ort im Auto beim Rasen die Polizei. Dave Eggers’ gelingt es, tiefe Trauer in Wills Innenwelt mit dem Aktionismus des Protagonisten zu einem schlüssigen Ganzen zu fassen. Sein Werkzeug ist die enorm suggestive Wirkung seiner Sprache. (jw)
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