Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 02/2004
Verlag Argon
Seitenzahl 240 S.
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Was machen die Ackergäule der schönen neuen Ökonomie, wenn man ihnen ihre Attachments und ihr Surferparadies wegnimmt, ihnen die aus 16 Stunden Arbeit bestehende Struktur entzieht - kurz, wenn sie prima new-economy-mäßig arbeitslos werden? Die einen werden freischaffend, die anderen depressiv, und Tine Wittler schreibt ein relativ langweiliges Buch zum Thema. Dabei startet sie so furios: mit Kapitelüberschriften aus Tageszeitungen und Magazinen ("Jetzt freuen!" Glamour) und einer absolut geglückten Charakterisierung ihrer Heldin Marnie und deren multimedialem Horizont. Doch das verliert sich ab der seitenlangen Beschreibung eines Arbeitsamtbesuches, die sich wie ein Manual zum Formularausfüllen liest, und der Roman versackt endgültig in Richtung Abhandlung, als Marnie einen Typen kennenlernt, der Menschen zu ihrer Arbeitssituation befragt. Analytisch so perfekt, dass man es fast als Soziologiebuch durchgehen lassen könnte, storytechnisch allerdings fatal, spätestens als Marnies One-Night-Stand sich als Chef einer Internet-Agentur herausstellt und ihr einen Job anbietet. So, Herr Schröder, werden Lösungen für Deutschland gemacht: Erst shoppen, dann poppen, das führt zum Jobben!
(bl)
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