// Künstlerportal: Niels ’t Hooft

Bücher // Review

Niels ’t Hooft
Bewertung
Roman
Erscheintermin 10/2004
Verlag Reclam Leipzig
Seitenzahl 112 S.
Toiletten

Sie liest Bücher, er spielt Videogames. Sie isst nur Biobrot, ihm ist das egal. Trotzdem will er ihr alles recht machen und ein "uns"-Gefühl feiern, denn sie ist seine erste große Liebe. Die Bewährungsprobe der beiden Gerade-mal-nicht-mehr-Teenager ist eine gemeinsame Ein-Zimmer-Wohnung mit nur einem Stuhl und zwei Toiletten. Niels ’t Hooft schildert die Beziehung aus der Sicht des Jungen. Sein Erzähler bleibt naiv und beschreibt minutiös die Selbstlügen, Irrungen und Illusionen im Beziehungsalltag. Vielleicht meint Liebe ja eigentlich das, was vor faulen Kompromissen, Abgeklärtheit und Beziehungsarbeit kommt. Vielleicht muss man für wahre Liebe dumm und schutzlos sein. Wie sich das anfühlt, kann Niels ’t Hooft mit der Stimme seines Erzählers abbilden, ohne dass spätere Erkenntnis sein Erzählen verwässert. Er spart sich scheinbar neue Einsichten und die verkrampfte Suche nach spektakulären Bildern - und gerade das findet man bei dem abgearbeiteten Thema verdammt selten. Nachdem er für Fachzeitschriften und Zeitungen Videospiele rezensiert hat, veröffentlicht der 24-jährige Niederländer mit "Toiletten" jetzt seinen Debütroman. Hoffentlich schreibt er auch in Zukunft nicht nur für Joystick-Junkies. (cs)





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