// Künstlerportal: Susan Minot

Bücher // Review

Susan Minot
Bewertung
Roman
Erscheintermin 12/2004
Verlag Rowohlt
Seitenzahl 128 S.

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Wonne

Könnte es sein, dass sich das Alte Europa über seine Einstellung zum Oralsex definiert? Während nämlich alle mitteleuropäischen Frauen, die mich an ihrem Sexleben teilhaben lassen, dem eher ablehnend gegenüber stehen, wird in den USA geblasen, was das Zeug hält. Zumindest, was man so hört. Susan Minots Roman "Wonne" ist eine Petitesse, gerade mal eine Fellatio lang, wir steigen ein, als Kays Lippen sich um Benjamins Eichel schließen, und wir verlassen die Szene wieder, als Benjamin ejakuliert. Dazwischen: innerer Monolog, die Geschichte einer Beziehung, die an die Wand gefahren war, bevor sie anfing. Minot schreibt nüchtern, lakonisch, traurig, manchmal gerät ihr die Beschreibung des Aktes zum nahezu religiösen Schwärmen, da greift sie ein wenig zu hoch, muss sich fangen. Was ihr gelingt: Sarkasmus hilft immer. Fremde sind sich Minots Figuren, fremd bleiben sie auch uns. Müde, leer, warm. (fis)





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