Filme // Review

Drama
GB/NL/2001/132 Min.
Regie
Jeroen Krabbé
Darsteller
Stephen Fry
Greg Wise
Flora Montgomery
Erscheintermin 19.12.2002
Verleih Schwarz/ Weiß
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Gott und Kirche sind out. Das Bedürfnis aber, in unserem Alltagsgewusel einen Sinn oder einen höherer Plan zu erkennen, ist unvermindert. Da kommt "Die Entdeckung des Himmels" als trotzige Abrechnung mit dem Allmächtigen gerade recht. Krabbé hat Harry Mulischs Roman zu einer unterhaltsamen Farce destilliert, die Elemente aus SciFi, Liebesfilm und Western vereint: Gott hat die Menschen satt und will die Erde dem Bösen überlassen. Zuvor muss ein menschlicher Bote die Gesetzestafeln zurückbringen, das Symbol für Gottes Pakt mit den Menschen. Die Engel führen Lebemann Max (Wise), die zarte Ada und den exzentrischen Onno (Fry) zusammen. Die drei sollen den Götterboten zeugen, ein Baby mit fluoreszierend blauen Augen. Krabbé inszeniert eine bis zur Kitschgrenze schöne Welt, wo Familien am Burggraben frühstücken und Freundschaft und Humor alle Probleme besiegen. Der alttestamentarisch zürnende Gott hingegen haust in einer kalten gotischen Kathedrale. Krabbé schwelgt in Ausstattung, doch ist sie nur der Hintergrund, vor dem sich die üppigen Figuren tummeln: Stephen Fry ist bis in das ungeduldige Tippen seines Gehstocks hinein der Zyniker Onno, Montgomery mit jedem Augenaufschlag die marienhaft reine Ana. Ein betörender Film: für die Augen, das Herz, das Hirn und die Seele - so es sie denn gibt ... (cor)
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